Japan baut nach 50 Jahren wieder eigenes Passagierflugzeug

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  • © REUTERS


    Tokio. Erstmals seit 50 Jahren baut Japan wieder ein eigenes Passagierflugzeug. Mitsubishi Aircraft stellte am Wochenende nach mehreren Verzögerungen einen kleinen Regionaljet für 70 bis 90 Passagiere vor. Testflüge mit der MRJ genannten Kurzstrecken-Maschine will das in Nagoya ansässige und zum Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries gehörende Unternehmen im kommenden Jahr vornehmen.


    2017 sollen dann die ersten Jets an Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Bislang stehen über 400 Bestellungen aus dem In- und Ausland in den Auftragsbüchern. Laut der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ sollen es bis zum Jahr 2018 bereits 1000 Maschinen sein.


    Die Japaner sehen sich schon jetzt mit einem zunehmend schärferen internationalen Wettbewerb konfrontiert. Dennoch will das Unternehmen in den nächsten 20 Jahren über 50 Prozent des weltweiten Marktes für solche Regionalflugzeuge abdecken, wie der Präsident von Mitsubishi Aircraft, Teruaki Kawai, dem „Wall Street Journal“ sagte. Mitsubishi rechne damit, dass in diesem Zeitraum mehr als 5000 solcher Jets ausgeliefert werden.


    Der Markt für Regionalflugzeuge wird vom brasilianischen Konzern Embraer und der kanadischen Bombardier dominiert. Die Japaner werden auch mit neuen Rivalen aus Russland und China konkurrieren müssen.


    Gebaut wurde die neue Maschine in Toyoyama in der Provinz Aichi. Das Projekt musste mehrfach verschoben werden. Die Vorstellung des MRJ am Samstag erfolgte 52 Jahre nach dem Erstflug des letzten kommerziellen Flugzeugs japanischer Bauart, der zweimotorigen Turboprop YS-11. (dpa)


    Quelle: http://www.sz-online.de

  • Mitsubishi attackiert Embraer


    Endlich ist es soweit: Mitsubishi Heavy präsentiert den Prototypen des Regionaljets MRJ. Das Flugzeug soll ab 2017 ausgeliefert werden. Zuletzt versuchte sich Japan vor rund 50 Jahren an einem Verkehrsflugzeug.
    Erstmals seit einem halben Jahrhundert versucht ein japanisches Unternehmen, auf dem Markt für Verkehrsflugzeuge mitzumischen. Eine Tochter des Industriekonzerns Mitsubishi Heavy stellte in Nagoya den Prototypen des Regionaljets MRJ vor, der ein Konkurrenzmodell zu Maschinen von Embraer und Bombardier ist. "Das ist unser langgehegter Traum", sagte Verwaltungsratschef Hideaki Omiya beim Rollout des Jets.


    Auch das Land hat demnach darauf gewartet. Das Flugzeug hat eine Kapazität von knapp 100 Sitzen und soll ab 2017 ausgeliefert werden. Zu den Kunden zählen die All Nippon Airways, Japan Airlines und SkyWest aus den USA. Bisher gibt es allerdings nur 191 Bestellungen. Dies reicht Experten zufolge nicht aus, um schwarze Zahlen zu schreiben. An dem Konsortium ist auch Toyota beteiligt.
    Der MRJ verbraucht nach Herstellerangaben dank neuer Triebwerke von Pratt & Whitney ein Fünftel weniger Sprit als vergleichbare Modelle. Marktführer Embraer will diese allerdings ab 2018 in seinen Maschinen einsetzen, womit Mitsubishi nur einen kleinen Vorsprung hat.
    Zuletzt versuchte sich Japan in den 1960er Jahren an einem Verkehrsflugzeug. Von der Propellermaschine YS-11, an deren Entwicklung auch Mitsubishi beteiligt war, wurden 182 Modelle gebaut. In den 70er Jahren wurde die Produktion eingestellt.

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