Mitsubishi Space Star: aktueller Autobild Gebrauchtwagen-Test

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  • Erstzulassung
    26. November 2019
    Ausstattungsvariante
    Basis
    Karosserieform
    Andere
    Kilometerstand
    127.000
    Motorvariante
    1.0, 52 kW (71 PS)
    Getriebevariante
    Handschaltung

    Autobild Gebrauchtwagentest


    Taugt der Space Star als Tipp für Preisbewusste?


    Mitsubishi Space Star: Gebrauchtwagen-Test - AUTO BILD
    Ist der Mitsubishi Space Star ein Billig-Bonsai, der Käufer auch gebraucht noch begeistern kann? AUTO BILD macht den Test.
    www.autobild.de


    Für wenig Geld mobil zu sein, ist in der heutigen Zeit gar nicht so einfach. Die japanische Marke Mitsubishi hat mit dem Space Star einen je nach Ausführung minimalistisch anmutenden Kleinwagen im Portfolio, der gebraucht nach über zwölf Jahren am Markt gut verfügbar ist. Lohnt es sich, über einen Gebrauchtkauf des kleinen Asiaten nachzudenken?


    Der Space Star ist ein Typ für Kleinstwagen-Fans und Sparfüchse

    Das ist er: Ein mittlerweile rar gewordenes Fahrzeugkonzept. Der von Mitsubishi als Cityflitzer vermarktete Fünftürer sprach nicht zuletzt aufgrund seiner puristischen Konstruktion etliche Jahre gezielt preissensible Kunden an. Diese schätzten die gute Qualität der in Japan konstruierten und im thailändischen Werk Laem Chabang gefertigten Fahrzeuge. Ebendiese Klientel konnte oder wollte aber keine gehobenen Preise zahlen. Zeitweise gab es den Space Star als nacktes Basismodell neu für unter 7000 Euro – ein Kampfpreis auf Augenhöhe mit den Einstiegsmodellen der Marke Dacia.


    Zwei Überarbeitungszyklen 2016 und 2020 sorgten für das jeweils aktuelle Markengesicht am Bug und moderate technische Neuerungen an Bord. Im Modelljahr 2024 sind jedoch inzwischen mindestens stramme 13.590 Euro als Neupreis für das Basismodell fällig – vor möglichen Aktionsrabatten der Händlerorganisation. Das sorgt für stabile Gebrauchtpreise: Selbst zehn Jahre alte Exemplare mit reichlich Kilometern kosten selten weniger als 4500 Euro.


    Unser zwei Jahre junges Gebrauchttest­-Fahrzeug vom Mitsubishi­-Partner Autohaus Seevetal in Niedersachsen trägt bereits die aktuelle aufgewertete Optik. Die Frontmaske mit selbstbewusstem Kühlerlook und modisch geformten Stoßfängern ändert jedoch nichts an den betagten inneren Werten. Sie rechtfertigen eigentlich keine gravierende preisliche Höherpositionierung. In der ziemlich lückenlosen Ausführung "Select+" unseres Fotofahrzeugs standen laut Schwacke-­Datenbank neu happige 18.190 Euro auf dem Preisschild des Importeurs, plus 550 Euro für die Metalliclackierung!


    Wahrlich viel Geld, doch immerhin warf sich der Space Star für seine Verhältnisse dafür ordentlich in Schale. Unser Testfahrzeug besitzt neben den serienmäßigen Fensterhebern auch Goodies wie Alufelgen, Leder-­Multifunktionslenkrad, manuelle Klimaanlage, Doppel­-DIN­-Infotainmentsystem, Tempomat und Sitzheizung vorn. Unterm Strich genießt der Japan-Knirps so eine stabile Kundennachfrage auf dem deutschen Markt.


    Die verbaute Technik weckt bei genauem Hinsehen allerdings kaum besonderes Interesse seitens der Käufer. Der in unserem Fotowagen werkelnde dreizylindrige Saugrohreinspritzer ist ein Nippon-­Triebwerk der alten Schule. Akustisch ist er normalerweise dezent präsent, seine Leistung reicht zum Mitschwimmen im Pendlerstrom durchaus. Will man die überschaubare Kraft der vollen 71 PS Leistung spüren, muss das Euro­-6-d­ISC-Motörchen gnadenlos gedreht werden. Speziell in den oberen Gängen mangelt es an Elastizität. Dafür gilt das Triebwerk als technisch enorm anspruchslos und haltbar.


    Der Space Star punktet, wenn's eng wird

    Das hat er: Als Stadtfahrzeug konzipiert, glänzt der Space Star immer dann, wenn es eng wird. Nur 3845 Millimeter Länge (in der Urform 3710 Millimeter) und 1665 Millimeter Breite erhöhen die Chancen auf einen passenden Parkplatz gravierend. Und wenn man nicht parkt, sondern fährt? Dann pflegt der Space Star den Stil der älteren japanischen Schule. Auf seinem schmal geschnittenen, aber höhenverstellbaren Fahrersitz bietet er ein erstaunlich erwachsenes Raumgefühl, was nicht zuletzt ein Verdienst des kantig-nutzwertigen Aufbaus ist.


    Die Bedienlogik ist im positiven Sinne traditionell: Analoge Instrumente sowie echte Schalter und Drehregler aus der Kategorie unkaputtbar gab es so auch schon vor gut 30 Jahren. Im auf dem Papier dreisitzigen Fond mögen nur Kleinkinder länger sitzen, dünn ist die Polsterung, gering die Beinfreiheit. Und im sparsam ausgekleideten Kofferraum? Dort herrscht aufgrund von nur 235 Liter Nettovolumen schnell drangvolle Enge. Immerhin ist das Thema Kofferraumerweiterung gut gelöst: Die asymmetrisch geteilt klappbare Fondlehne schafft mit zwei Handgriffen Platz für bis zu 912 Liter Gepäck.


    Das konstruktive Alter lässt sich nicht leugnen

    So fährt er: Ursprünglich. Am Fahrgefühl des Space Star merkt man das konstruktive Alter, überzogene Erwartungen sind daher definitiv fehl am Platz. Die Lenkung wirkt in der Mittellage unpräzise, das Kurvenverhalten ist handlich, aber trotz des niedrigen Leergewichts von unter einer Tonne subjektiv alles andere als spaßig. Auf geflickten Landstraßen wirkt das Fahrwerk nicht in seinem Element, auf Bodenwellen schaukelt der Aufbau trotz intakter Dämpfer. Dazu stoppen die Bremsen eher lustlos. Gut, dass weder die von uns getestete 71-­P-Variante noch die bis Ende 2020 alternativ verfügbare 80-­PS­-Version mit stufenloser CVT­-Automatik zum sportiven Fahren verleiten.


    Viel besser gefällt uns der nur 9,20 Meter kleine Wendekreis. Und natürlich, dass die Substanz unseres zwei Jahre und 66.847 Kilometer als Mietwagen bewegten Minis noch gut ist. Achslagerspiel ist nicht feststellbar, die Bremse rubbelt nicht, und der Antrieb ist knochentrocken. Moderne Assistenzsysteme sind für den Space Star nahezu kein Thema. Bis auf Servolenkung, ABS, ESP, Rückfahrkamera und einen Notbremsassistenten gibt es keine weiteren Dreingaben. Ein eher unbrauchbarer Versuch wäre die Nachrüstung einer Anhängerkupplung: 25 Kilogramm Stützlast sind mau, ebenso die Anhängelast von 200 Kilogramm gebremst (ungebremst 100 kg).


    Stärken

    + Auf das Wesentliche reduziertes Fahrzeugkonzept

    + Moderate Fixkosten

    + Robuste Antriebstechnik


    Schwächen

    - Geringe passive Sicherheit

    - Kostendruck im Detail spürbar

    - Teils recht hohe


    Ohne nachträgliche Konservierung droht ein Schicksal als Rostopfer

    Das macht Ärger: Der deutsche Mitsubishi-­Importeur gewährte Kunden fünf Jahre Neuwagen-­ und drei Jahre Lackgarantie (jeweils bis 100.000 Kilometer). Die Garantie gegen Durchrostung von innen nach außen gilt sogar für zwölf Jahre. Und genau dieser letzte Punkt könnte im gehobenen Fahrzeugalter durchaus kritisch werden. Denn gegen oberflächliche Rostprobleme an der äußeren Hülle greift diese Garantie nicht. Die außerhalb des Sichtbereichs unvollständige Auslackierung und eine nur zweckmäßig­ knappe Konservierung am Unterboden und in den Hohlräumen begünstigen Rostherde. Empfehlenswert wäre es daher, sich ein rostfreies oder rostarmes Exemplar zu suchen und dieses nach allen Regeln der Kunst nachkonservieren zu lassen. Ansonsten könnte die Karosserie je nach Einsatzort und ­Zweck zu einem unnötig leichten Rostopfer werden.


    Streikt die Heizung, ist in vielen Fällen der Wärmetauscher zugesetzt. Während der Neuwagengarantie tauschte Mitsubishi oftmals aufwendig das verstopfte Heizungsbauteil, außerhalb der Garantie schwören einige Space-Star­-Experten jedoch auch auf den reinigenden Erfolg von Zitronensäure. Im Alter leidet die grundsätzlich sehr robuste mechanische Konstruktion des Space Star unter dem oftmals nicht sehr pfleglichen Umgang seitens der Halter. Diese nehmen die Wartungsvorgaben trotz moderater Servicekosten leider nicht ganz genau, was unbedingt für den Kauf eines nachweislich in der Werkstatt gepflegten Exemplars spricht.


    Nur ein Rückruf ist beim Kraftfahrt­Bundesamt (KBA) hinterlegt: Wegen einer fehlerhaften Programmierung zur Erkennung des Batterieladezustands kann es bis zum Baujahr 2018 bei der Verwendung des Start­-Stopp­-Systems zu einem Motorausfall kommen.


    Fazit

    von AUTO BILD

    Die gute mechanische Qualität und lange Garantien des Space Star sind vorbildlich, die Unterhaltskosten moderat. Komfort, Sicherheit, Fahrverhalten und Rostschutz sind schwach. Gute Exemplare werden selten billig gehandelt.

    "Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar."


  • MS112019

    Hat den Titel des Themas von „Mitsubishi Space Star: Autobild Gebrauchtwagen-Test“ zu „Mitsubishi Space Star: aktueller Autobild Gebrauchtwagen-Test“ geändert.
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