Das ändert sich alles 2022 für Autofahrer

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    Autofahren in Deutschland - Änderungen in 2022
    Das alles ändert sich im Jahr 2022 für Autofahrer

    Neues Jahr, neue Regeln: Das gilt 2022 auch wieder für Autofahrer. Für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer gibt es einiges zu beachten. Die vielleicht wichtigste Änderung gilt bereits seit dem 9. November 2021: die StVO-Novelle mit deutlich härteren Strafen für viele Verkehrssünder.Außerdem gibt es wie immer neue Versicherungs-Typklassen, eine frische TÜV-Plakettenfarbe und Wissenswertes zu den Mautgebühren in den südlichen Nachbarländern. Warum manche Führerscheine getauscht werden müssen, wie der Umweltbonus strenger gefasst wird und warum es 2022 für Autofahrer noch teurer werden könnte – AUTO BILD liefert alle Infos!

    Welche Änderungen gibt es womöglich für Fahranfänger?

    Für Fahranfänger gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: Zum einen will die neue Ampelregierung das begleitete Fahren bereits mit 16 statt wie bislang mit 17 Jahren ermöglichen. Zum anderen wollen die Verkehrsminister der Länder laut "Rheinischer Post" ab dem Frühjahr 2022 die Probezeit für Fahranfänger von zwei auf drei Jahre erhöhen. Grund ist die nach wie vor hohe Zahl an Unfällen mit jungen Autofahrern. Eine Verkürzung um ein Jahr soll mit zwei freiwilligen "Feedbackfahrten" von je 90 Minuten frühestens vier Monate nach Führerscheinerhalt sowie mit speziellen Fahrsicherheitstrainings möglich sein.

    Welche Autofahrer müssen 2022 ihren Führerschein umtauschen?

    Die roten oder sogar grauen "Lappen" sind nicht fälschungssicher, ihre Inhaber auf den uralten Fotos kaum mehr zu erkennen. Deswegen müssen alle alten Führerscheine bis 2033 schrittweise umgetauscht werden. Bei Führerscheinen mit Ausstellungsdatum bis einschließlich 31. Dezember 1998 ist das Geburtsjahr des Fahrerlaubnisinhabers ausschlaggebend.

    Bei später ausgestellten Führerscheinen ist allein das Ausstellungsjahr entscheidend. Für die ersten Kandidaten endet die Umtauschfrist bereits am 19. Januar 2022, nämlich für alle, die von 1953 bis 1958 geboren wurden. Danach sind Menschen mit den Geburtsjahren 1959 bis 1964 dran, sie haben bis zum 19. Januar 2023 Zeit. Alle Infos, auch wie der Führerscheintausch funktioniert, gibt es hier!

    Gibt es 2022 eine Maskenpflicht im Auto?

    Nicht eine, sondern mindestens zwei Corona-Schutzmasken gehören bald in jedes Auto, jeden Bus und jeden Lkw. Allerdings nicht zwingend ins Gesicht der Insassen, sondern für den Fall der Fälle in den Verbandskasten. Das sieht eine Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vor, die aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahr 2022 in Kraft tritt. Der genaue Zeitpunkt ist noch unklar, genau wie die Höhe des Bußgeldes. Bislang kostet das Fehlen der Erste-Hilfe-Ausrüstung im Fahrzeug 5 Euro.

    Was ändert sich bei der Elektro-Kaufprämie für Plug-in-Hybride?

    Die Förderbedingungen für den Kauf von Plug-in-Hybridmodellen werden im Herbst 2022 verschärft. Genügen aktuell noch 40 Kilometer rein elektrische Reichweite oder maximal 50 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer, müssen förderfähige Fahrzeuge ab dem 1. Oktober 2022 mindestens 60 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können. (Diese Modelle gehen künftig bei der Förderung leer aus!)

    Welche Farbe hat die TÜV-Plakette 2022?

    Alle nicht erstzugelassenen Fahrzeuge bekommen 2022 nach der Hauptuntersuchung (HU) eine sogenannte TÜV-Plakette mit der Farbe Grün; sie müssen sich also 2024 erneut checken lassen. Neuzulassungen kriegen in der Farbe Orange eine geklebt, haben wie immer drei Jahre Zeit. Alle Fahrzeuge mit einer braunen Plakette müssen im Jahr 2022 zur HU.

    Der Monat ist an der oben stehenden Zahl (z. B. 1 für Januar, 9 für September) zu erkennen. Alternativ kann man sich an den beiden dicken schwarzen Balken am Rand orientieren, die an der betreffenden Stelle eines Uhrenziffernblattes prangen (ganz unten = 6 Uhr = Juni).

    Was ist bei den Typklassen der Kfz-Versicherung 2022 neu?

    Für mehr als sieben Millionen Autofahrer gelten bei der Kfz-Haftpflichtversicherung künftig höhere Typklassen. Ca. 4,3 Millionen profitieren 2022 von der Neueinstufung, für etwa 30,3 Millionen (fast drei Viertel) ändert sich nichts. In der Vollkaskoversicherung erhalten laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund drei Prozent der Fahrzeuge (ca. 660.000 Pkw) eine höhere und rund 40 Prozent (ca. 9,5 Millionen Pkw) eine niedrigere Einstufung. In der Teilkaskoversicherung rutschen rund vier Prozent (ca. 490.000 Fahrzeuge) in höhere, 32 Prozent (ca. 4,1 Millionen Fahrzeuge) in niedrigere Typklassen.

    Werden Benzin und Diesel 2022 noch teurer?

    Im Jahr 2022 steigt die CO2-Abgabe zur Eindämmung der fossilen Kraft- und Brennstoffe in Deutschland, und zwar von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne. Das zieht beim Tanken eine Preiserhöhung für Benzin von 8,4 Cent und für Diesel ein Aufschlag von 9,5 Cent pro Liter nach sich. Bisher betrug die Erhöhung 7 bzw. 8 Cent. Allerdings wird die Spritpreisentwicklung maßgeblich vom Ölpreis bestimmt, der wiederum von der geförderten Menge Rohöl und der weltweiten konjunkturellen Entwicklung während oder nach Corona abhängt. Eine zuverlässige Prognose lässt sich daher nicht geben.

    Welche Sicherheitssysteme werden 2022 in Autos Pflicht?

    Am 6. Juli 2022 wird die "EU-Verordnung Nr. 2019/2144 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge im Hinblick auf ihre allgemeine Sicherheit und den Schutz der Fahrzeuginsassen und von ungeschützten Verkehrsteilnehmern" verpflichtend für alle Hersteller. Das heißt, ihre Fahrzeuge müssen bei der Homologation bestimmte Assistenzsysteme für mehr Sicherheit vorweisen können, die ab dem 7. Juli 2024 serienmäßig bei Neuwagen eingebaut sein müssen. Dazu gehören unter anderem hoch entwickelte Notbremsassistenzsysteme für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, Notfall-Spurhalteassistenten, ein Warnsystem bei Müdigkeit, eine Schnittsstelle zur Einrichtung einer Alkohol-Wegfahrsperre, eine automatische Tempobremse (Intelligent Speed Assistance), ein Rückfahrassistent und ein Unfalldatenspeicher ("Black Box"), der aus Datenschutzgründen umstritten ist.

    Was ändert sich bei den Mautgebühren in Österreich und der Schweiz?

    Transitreisende wird es interessieren: Die Vignette in Österreich wurde zum Jahr 2022 um rund 1,4 Prozent teurer und trägt die Farbe Marille. Das neue "Pickerl" ist ab Ende November 2021 erhältlich und vom 1. Dezember 2021 bis 31. Januar 2023 gültig. Wer nicht kleben und kratzen möchte, kann die digitale Vignette nutzen. Sie ist an Stützpunkten von ASFINAG, ÖAMTC, ADAC, an diversen Tankstellen und Trafiken sowie an ASFINAG-Mautstellen erhältlich. Lediglich beim Kauf im Online-Shop oder in der App der ASFINAG ist für Privatpersonen eine 18-tägige Konsumentenschutzfrist bis zum Beginn der Gültigkeit zu beachten.

    In der Schweiz lässt die E-Vignette noch bis 2023 auf sich warten. Die Nationalstraßenabgabe (Autobahnvignette) kostet 2022 unverändert 40 Schweizer Franken, umgerechnet 38,50 Euro. Sie gilt wie immer 14 Monate von Anfang Dezember des Vorjahres bis Ende Januar im Jahr danach. Bei Nichtbeachten der Regelung droht eine Geldbuße von 200 Schweizer Franken.

    Welche Neuerungen gibt es beim Gebrauchtwagenkauf?

    Ab 1. Januar 2022 gilt ein neues Gewährleistungsrecht beim Gebrauchtwagenkauf, das das Risiko für den Händler erhöht. Zum Beispiel durch die Verlängerung der Beweislastumkehr von sechs auf zwölf Monate. So muss dieser zwölf Monate lang einen nicht im Kaufvertrag festgehaltenen Schaden am Auto beseitigen, sollte er nicht beweisen können, dass der Schaden nach dem Kauf aufgetreten ist. Zudem gilt die Gewährleistung künftig auch für Software-Updates. Gute Nachrichten also für Gebrauchtwagenkäufer. Allerdings könnte sich das erhöhte unternehmerische Risiko laut Prognose des Bundesverbandes freier Kfz-Händler in einer Preiserhöhung von 10 bis 20 Prozent niederschlagen.

    Was passiert mit der erhöhten Kaufprämie für Elektrofahrzeuge?

    Bis zum Jahresende 2022 bleibt die Höhe der Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride unverändert. Durch die Erhöhung des Umweltbonus im Rahmen der Innovationsprämie (Verdoppelung des staatlichen Anteils) gibt es weiterhin bis zu 9000 Euro für reine E-Autos und bis zu 6750 Euro für PHEVs. Danach soll die Regelung nach dem Willen der neuen Bundesregierung verschärft werden.


    AutoBild/ADAC, Dezember 2021