Die E-Mobilität hat ein Image-Problem

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  • E-Mobilität mit Image-Problem
    Mehrheit will kein Elektroauto kaufen und zweifelt stark am ökologischen Nutzen


    Mehrere Allensbach-Umfragen zeigen, dass das Interesse an umweltfreundlicher Mobilität unter den Menschen zwar ausgeprägt ist, dieses aber nicht zwingend mit Elektroautos in Verbindung gebracht wird. Mehr als die Hälfte der Befragten lehnt Elektroautos ab. Ist daran nur der Winter schuld?

    Für 55 Prozent der Befragten kommt der Erwerb eines E-Autos nicht in Frage. 29 Prozent können sich zwar grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen, zwei Drittel von ihnen aber erst in etwas fernerer Zukunft. Zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 ist die Gruppe derer, die mit einem Kauf lieber noch warten wollen, deutlich gestiegen.

    Das Meinungsforschungsinstitut Allensbach hatte seine repräsentative Umfrage in Niedersachsen während der Winter-Monate durchgeführt. Die Ergebnisse, die FOCUS Online vorab vorliegen, sind erstaunlich: „Der Winter hat Spuren hinterlassen. Mit dem Wintereinbruch und den niedrigen Temperaturen im Februar ist auch die Begeisterung für Elektromobilität spürbar zurückgegangen“, so Volker Schmidt, Geschäftsführer der Drei Quellen Mediengruppe aus Hannover, die die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. Die Minus-Grade im Februar haben offenbar zu einer kritischen Debatte über die Leistungsfähigkeit von E-Autos geführt.

    Neun Prozent könnten sich im Laufe der nächsten drei Jahre den Erwerb eines E-Autos vorstellen. Dabei fällt auf, dass die Akzeptanz der Elektromobilität bei Jüngeren deutlich ausgeprägter ist als in den kaufkräftigeren mittleren und älteren Jahrgängen. Hinzu kommt, dass gerade bei jüngeren Käufern nicht immer ein Neuwagen in Frage kommt. Schmidt: „Dies wirkt naheliegenderweise auf die Größe des Marktpotentials zurück.“

    Zweifel an Umweltfreundlichkeit von E-Autos wachsen – auch bei den Anhängern der Grünen

    Es gibt mehrere Gründe für Vorbehalte gegen E-Autos, aber gleich zwei Kriterien stehen mit jeweils 61 Prozent an der Spitze: Die aus Sicht der Befragten zu geringe Anzahl an Ladestationen und die effektiven Reichweiten der Fahrzeuge. Auch die Höhe der Anschaffungskosten wird nach wie vor als maßgeblicher Kritikpunkt gesehen.

    55 Prozent der Umfrage-Teilnehmer äußern darüber hinaus inzwischen Zweifel, ob Elektroautos wirklich so umweltfreundlich sind wie vielfach behauptet. Dieser Vorbehalt tauchte bundesweit vor drei Jahren in den Umfragen noch nicht auf, er wird mittlerweile von deutlich mehr als der Hälfte der Bundesbürger genannt. Auch in Niedersachsen wird dieser Vorbehalt immer öfter geäußert. Zweifelten Ende 2020 49 Prozent der Niedersachsen an der Umweltfreundlichkeit elektrisch betriebener Fahrzeuge, sind es Anfang 2021 bereits 57 Prozent. Interessant dabei ist, dass sogar 57 Prozent der Anhänger der Grünen Zweifel an der Umweltfreundlichkeit von E-Autos äußern, nur noch die Anhänger der AfD sind hier kritischer.

    Nur 22 Prozent der Niedersachsen unterstützen die Politik der Bundesregierung, E-Mobilität durch staatliche Kaufanreize gezielt zu fördern. 47 Prozent dagegen meinen, es solle lediglich Vorgaben für Umweltfreundlichkeit geben. Diese Auffassung vertreten mehrheitlich auch die Anhänger von Union und SPD. Aber auch die Mehrheit der Grünen-Anhänger sehen technologieoffene Vorgaben sinnvoller als die einseitige Fokussierung auf E-Mobilität.


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    Für 91 Prozent der Niedersachsen, die das Auto öfters nutzen, ist der Pkw unverzichtbar bzw. nur schwer verzichtbar. Über 80 Prozent der Fahrrad-Nutzer wollen das Fahrrad nicht missen, 60 Prozent der Nutzer Stadt- und Regionalbusse. Schmidt: „Zwei Drittel der Niedersachsen wohnen außerhalb der Ballungsräume, dies schlägt unmittelbar auf die Nutzung der einzelnen Verkehrsträger durch. Dabei stellen wir fest: Die Liebe zum eigenen Auto ist bei den Niedersachsen ungebrochen, der Personenwagen dominiert die Mobilität.“

    Für die große Mehrheit ist das Auto unverzichtbar

    Abseits der Debatte um Elektromobilität setzen die Niedersachsen weiterhin generell auf das Automobil. Rund die Hälfte nutzt das Auto täglich, drei Viertel mindestens mehrmals die Woche. Auf Platz zwei steht das Fahrrad. Im Vergleich dazu spielen Busse und Bahnen in Niedersachsen bei den über 18-Jährigen nur eine untergeordnete Rolle für die tägliche Mobilität.

    Quelle : Autohaus-online.de