Lösung - Knarzen des Fahrwerkes im Stand/Kälte beseitigen

Mai 2022 - Gewinne einen japanischen CASIO Edifice Chronographen - alles weitere im Gewinnspiel - Thread.
Mitsubishi Fan Forum - Elbe-Treffen 2022.
Weiteres hier im Forum im MFF - Elbetreffen 2022 Infobereich und auf der Treffen-Webseite.
Melde dich an und beteilige dich an der Organisation...
  • Hi Leute,


    das oben genanntes Phänomen weit verbreitet ist und immer wieder verschiedenste Lösungsansätze genannt wurden, die nicht wirklich zur Lösung führten, habe ich ein neues Thema angelegt. Teil 1 (Information) erklärt die Ursache des Geräusches, Teil 2 zeigt wie man das Problem löst. Leider habe ich immernoch keinen PC und erstelle den Beitrag mit dem Smartophone - also bitte entschuldigen, dass ich auf den Bildern keine Pfeile zur Verdeutlichung anbringen konnte.


    >>>Teil 1<<<

    Hintergrund:
    Aufgrund der Tatsache, dass meine Stoßdämpfer vorne vor 2 Monaten kaputt gingen und ich mittlerweile bereits zum 2. Mal in kurzer Zeit alles auseinander bauen musste, konnte ich diverse Fehlerquellen nach und nach ausschließen. Mittlerweile musste ich Stoßdämpfer, Domlager, Koppelstangen und Anschlagspuffer alle durch Neuteile ersetzen. Das hat es mir ermöglicht, die ganzen alten Verschleißteile mal auseinanderzunehmen und zu begutachten. Dabei habe ich herausgefunden, was die Knarzgeräusche verursacht und eine Lösung gefunden, die sich bei mir sogar bis 0°C Außentemperatur bewährt (kälter war es seitdem nicht mehr)


    Ursache: Knarzen und Knacken beim Lenken entstehen im DOMLAGER, und zwar nicht im seperaten Wälzlager aus Gummi (graues Teil zwischen oberem Federteller und Domlager), sondern in dem relativ starren Gummipuffer im Domlager selbst. Mein späteres Video zeigt das Problem sehr anschaulich. Es liegt NICHT am Anschlagspuffer (auf diesen wirken keine Kräfte), auch nicht an der Koppelstange und nicht am Wälzlager aus Gummi.


    Warum nimmt das Geräusch mit der Tieferlegung des Fahrzeugs zu? Das kann ich nun auch erklären: Beim Lenken wird der Stoßdämpfer im unteren Bereich logischerweise etwas mitbewegt, da er mit dem Achsschenkel verbunden ist. Stellt man sich fiktiv vor, dass der Stoßdämpfer nun extrem lang ist (z.B. 2 Meter), dann sorgt die Lenkbewegung am unteren Ende des Dämpfers nur für eine sehr geringe Winkeländerung am oberen Ende des Stoßdämpfers, also im Domlager. Wäre der Dämpfer extrem kurz, dann hätte man oben im Dom eine sehr starke Winkelveränderung, was für die Geräuschkulisse schlecht ist.
    Kurz gesagt heißt das also: Wenn die Standarddämpfer drin bleiben und kürzere Federn dazu kommen, verringrt sich die effektive Länge der Kolbenstange, was für stärkere Bewegung im Dom sorgt. Aus dieser resultiert eine stärkere Belastung und Verdrehung des Lagers, was die Geräusche verursacht. Der relativ harte Gummipuffer presst sich je nach Lenkrichtung gegen die obere "Gehäusehälfte" des Doms, was für die teils abartig lauten Geräusche sorgt. Abhilfe schafft somit entweder ein dafür extra angepasster Sportstoßdämpfer bzw. angepasste Domlager (wie. z.B. von K-Sport), oder man versucht das Problem mit meinem Trick in den Griff zu bekommen.


    Zur Verdeutlichung habe ich Bilder und ein Video gemacht (s. unten):
    Bild 1) Das neue Domlager mit neuem (grauen) Gummi-Wälzlager. (Interessant für uns)
    Bild 2) Neue Anschlagspuffer. (egal)
    Bild 3) Ein altes Domlager auseinandergenommen: Es besteht aus unterer Gehäusehälfte, einem leicht beweglichen Gummipuffer und oberer Gehäusehälfte.
    Bild 4) Bild vom neu eingebauten Domlager bei vollem Lenkeinschlag in Richtung 1. Jetzt kann man auf dem Bild gut erkennen, dass zwischen der oberen Gehäuseabdeckung des Domlagers (schwarz) und dem darunter liegenden schwarzen Gummipuffer (auch schwarz, hinter der Schraube vom Stoßdämpfer) etwa 2-3mm Luft sind (sieht hier grau aus). Auf der anderen Seite des Domlagers wird der Gummipuffer gerade stark gequetscht. Genau da ist das Problem. Das folgende Video zeigt, wie stark sich das Lager bei mir mit Standarddämpfern und H&R Federn bewegt, wenn einmal komplett von links nach rechts gelenkt wird:


    [video]

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    [/video]


    >>>Teil 2: Lösung<<< Es muss nichts ausgebaut werden! :-)


    1) Ihr müsst das Lager (falls verunreinigt) säubern, z.B. mit Druckluft.


    Info: Die folgenden Schritte habe ich bei angehobener Vorderachse durchgeführt. Ob das auch im Stand auf dem Boden funktioniert, weiß ich nicht. Also entweder kurz Wagenheber ansetzen oder auf die Bühne fahren.
    2) Bild 5) Ihr braucht nun ein Fett bzw. einen Schmierstoff, der sehr dickflüssig, beständig und möglichst stark haftend ist. WD40 ist viel zu dünn, Motoröl ebenfalls. Ich habe an Bremskolbenpaste gedacht (dickflüssig), diese haftet aber nicht wirklich stark auf dem Zielobjekt. Fündig geworden bin ich bei der synthetischen Keramikpaste bzw. Bremsen-Anti-Quietschpaste von Liqui Moly - Diese ist dickflüssig, temperaturunempfindlich und haftet sehr gut auf dem Zielkörper (s. Bild 5). Diese lässt sich auch beim Hände waschen nur schlecht entfernen. Ihr müsst nicht genau diese Paste benutzen, aber sorgt dafür, dass sie gut haftet, sonst habt ihr in 1 Monat wieder Knarzgeräusche.


    3) Bild 6) Dieser Schmierstoff muss nun in die Lücke zwischen Gummipuffer und oberer Gehäusehälfte des Domlagers. Dazu habe ich die Paste in eine Spritze gefüllt und die Nadel um ca. 30° gebogen, damit ihr richtig weit in die Lücke reinkommt! Lenkt komplett nach links und füllt die offene Spalte ordentlich aus. Danach lenkt nach rechts, um die Lücke auf der anderen Hälfte des Puffers zu lffnen und füllt diese ebenfalls gut aus. Wenn ihr fertig seid, lenkt öfters hin und her, damit sich die Paste überall gut verteilt.


    4) Bild 7) Da der Motorraum vom Lancer relativ leicht verdreckt und wir Sand und andere Fremdkörper unter keinen Umständen zwischen dem Gummipuffer und dem oberen Domlagergehäuse gebrauchen können, klebt das kleine Loch am Dom oben zu. Möglichst Staubdicht! Bei anderen Automarken gibt es da auch entsprechende Schutzkappen.


    Das Ergebnis ist bei mir, dass ich nicht einmal mehr die kleinsten Knarzgeräusche wahrnehmen kann, auch bei tiefen Temperaturen. Zudem ist es nur 10 Minuten Aufwand. Einziges Problemchen ist, dass man sich etwas basteln muss, womit man die Paste wirklich tief in den jeweils offenen Spalt drücken kann. Denke die Spritze mit der großen gebogenen Nadel eignet sich ideal dafür.


    Wenn ihr es selbst ausprobiert und eure Erfahrungen mitteilen würdet, fände ich toll :gut

  • Dieses Thema enthält 63 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registrieren Sie sich oder melden Sie sich an um diese lesen zu können.