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    Mautaffäre Scheuer lehnt Kooperation mit eingesetztem Ermittler ab

    Andreas Scheuer steht in dem Skandal um die geplatzte Pkw-Maut unter Druck. Nun verweigert der Verkehrsminister die Sichtung seiner Mail-Postfächer. Die Opposition wirft ihm vor, etwas verheimlichen zu wollen.
    Bei der Aufarbeitung der gescheiterten Pkw-Maut sind noch Fragen offen. Nun hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eine Zusammenarbeit mit einem vom Untersuchungsausschuss des Bundestages eingesetzten Ermittlungsbeauftragten abgelehnt. Das geht aus einem Schreiben von Scheuers Anwalt hervor, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Die Opposition warf Scheuer vor, er wolle etwas verheimlichen.

    Bei der Zusammenarbeit ging es um eine Sichtung von E-Mail-Postfächern Scheuers, die ihm als Bundestagsabgeordneter zur Verfügung stehen, durch den Ermittlungsbeauftragten Jerzy Montag. Montag schrieb nun an den Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses, er sehe keine Möglichkeit mehr, als Ermittlungsbeauftragter tätig zu sein.


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    In dem Schreiben von Scheuers Anwalt wird auf eine bereits erfolgte Herausgabe von Korrespondenz aus dem Abgeordnetenpostfach an den Untersuchungsausschuss verwiesen. Scheuer stimme dem mit einer Sichtung einhergehenden »umfänglichen Eingriff in seine verfassungsrechtlich garantierten Rechte als Bundesabgeordneter« nicht zu.

    Aus der Opposition kam heftige Kritik: »Herr Scheuer mauert in Sachen E-Mails weiterhin mit allen Mitteln, scheinbar hat er etwas zu verbergen«, sagte der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic. »Er hat kein Recht, dem Ermittlungsbeauftragten generell die Zusammenarbeit zu verweigern. Ein solches Verhalten ist eines Ministers unwürdig, er bricht damit auch sein eigenes Wort.« Luksic brachte eine Sondersitzung des Untersuchungsausschusses ins Spiel

    Der Grünenabgeordnete Oliver Krischer sagte: »Nur wer etwas zu verheimlichen hat, arbeitet nicht mit dem Ermittlungsbeauftragten zusammen.« Er gehe davon aus, dass der Minister die »unschönen Dinge« zur Pkw-Maut über seine Abgeordnetenadresse geregelt habe und dass er da niemanden reingucken lassen wolle.

    Das deutsche Modell für eine Pkw-Maut scheiterte im Sommer 2019 vor dem Europäischen Gerichtshof. Die Opposition wirft Scheuer unter anderem vor, Verträge abgeschlossen zu haben, bevor Rechtssicherheit bestanden habe. Die vorgesehenen Betreiber fordern 560 Millionen Euro Schadensersatz, nachdem der Bund die Verträge direkt nach dem Urteil gekündigt hatte. Scheuer weist die Vorwürfe zurück.


    Spiegel, 10.04.2021

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    So, ab ins Bett - haltet den Laden hier sauber,.... es sei denn morgen Früh muss ich durch 20cm hohe Schicht von Losnummern latschen..... das würde mir gefallen....... Dann mach ich da drin einen Schneeengel....... und gehe auf Arbeit !!! :TT :TT :TT


    Kein Problem. Dann schreiben wir die ganzen Losnummern auf Post-it´s
    Das sieht dann herrlich bescheuert aus, wenn du zur Arbeit erscheinst :lool:lool:LL:pp

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    Fortsetzung

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    Grafologie: Was verrät die Handschrift über uns?


    Wenn der ehemalige US-Präsident Donald Trump vor laufender Kamera einen Erlass unterschrieb, setzte er meist eine riesige ­Unterschrift unter das Dokument. Wer ihm dabei zusah, dachte vielleicht: typisch! Das beweist, dass die Handschrift den Charakter eines Menschen widerspiegelt – aus der Schriftgröße lässt sich sicher auf das Selbstbewusstsein des Schreibers schließen. Doch was ist an der Grafologie, der Lehre von der Handschrift als Ausdruck der Persönlichkeit, wirklich dran?

    Es klingt zunächst durchaus plausibel, dass die Art und Weise, wie wir uns bewegen, etwas über das aktuelle Befinden oder den Charakter aussagt. Was für die Körperhaltung oder den Gang zutrifft, könne auch für die Handschrift gelten. Allerdings gibt es inzwischen zahlreiche empirische Studien, die keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Persönlichkeitseigenschaften und Schriftmerkmalen ergaben. Selbst akuter Stress und emotionale Belastung führen allenfalls zu einem undeutlichen Schriftbild, weil die Betreffenden schneller als üblich mit den Stift hantieren. Und wenn es ­anders lautende Befunde gab, so gründeten diese meist auf schwachen statistischen Effekten. Um beim Beispiel Trump zu bleiben: Vermutlich kennt fast jeder einen Menschen, der überaus selbstbewusst ist und trotzdem keine weit ausholende Handschrift hat.


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    Zudem kursieren eine Menge falsche Versprechen. So sind viele Aussagen von Grafologen schlicht unseriös – etwa die, eine Schriftprobe könne dem Arbeitgeber verraten, ob eine Bewerberin schwanger ist. Laut US-amerikanischen »Experten« soll sich das an der Breite der g-Schleife im Bewerbungsschreiben ablesen lassen.

    Verrät Handgeschriebenes denn wenigstens das Geschlecht des Verfassers? Auch darüber lässt sich keine sichere Aussage treffen. Gleichwohl haben etwas mehr Frauen als Männer eine regelmäßige, ordentliche Handschrift. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass Frauen im Schnitt über eine bessere Feinmotorik ver­fügen. Doch diese Unterschiede im Schriftbild gingen in den letzten Jahrzehnten immer mehr zurück. Mitte des letzten Jahrhunderts legte man in der Schule noch gro­ßen Wert auf Schönschrift – und zwar vor allem bei Schülerinnen, die man stärker als Schüler auf eine saubere, gut leserliche Handschrift trimmte.


    Viele Erwachsenen schreiben nicht mehr so, wie sie es in der Schule gelernt haben. Die Handschrift verändert sich im Lauf des Lebens. Wie man etwa mit 18 Jahren seinen Führerschein signierte, hat oft nur wenig mit der Unterschrift 20 Jahre später zu tun, denn mit der Zeit verkürzt und vereinfacht sich das Schriftbild. Im höheren Alter können zudem feinmotorische Störungen auftreten, die sich in der Handschrift, nicht aber in der Grobmotorik zeigen. Darüber hinaus verwenden Ältere mitunter noch Buchstaben in Sütterlinschrift.

    Nicht nur das Alter, sondern auch bestimmte Krankheiten verändern das Schriftbild. Parkinsonpatienten haben oft eine verkleinerte Handschrift, die so genannte Mikrografie. Als man in den 1950er Jahren erstmals Neuroleptika zur Behandlung von Schizophrenie einsetzte, riefen diese bei zu hoher Dosierung parkinsonähnliche Symptome hervor. Der Psychiater Hans-­Joachim Haase führte die Handschriftenanalyse zur ­Bestimmung der passenden individuellen Dosis ein. Denn bevor gravierende Nebenwirkungen in anderen Bereichen oder im subjektiven Erleben zu Tage traten, waren sie bereits in der Schreibmotorik erkennbar. Zwei weitere Faktoren sind wichtig: Beruf und Herkunft. Längere Schulzeiten, Studium und ein Beruf, in ­dem viel geschrieben wird, führen zu einem vereinfachten Schriftbild. Das oft unleserliche Gekrakel von Ärzten ist ein gutes Beispiel. Häufig verrät die Handschrift zudem, in welchem Land der Schreiber zur ­Schule ging. Die deutsche »Schulausgangsschrift«, die die Grundlage des Unterrichts bildet, unterscheidet sich in einzelnen Merkmalen von der in anderen Ländern.


    Allerdings ist völlig offen, ob uns die Schrift als Informationsquelle in Zukunft erhalten bleibt. Wir schreiben immer weniger per Hand, sondern tippen auf Tastaturen oder Displays, und die digitale Unterschrift setzt sich zunehmend durch. Damit schwindet vermutlich die Chance, Rückschlüsse aus der Handschrift auf den jeweiligen Menschen zu ziehen.


    https://www.spektrum.de/frage/…ocket-newtab-global-de-DE

    Die Leistungsgesellschaft ist ein Mythos

    Mit der CoV-Pandemie wurden bestimmte Berufe als systemrelevant definiert. Dazu zählen vor allem schlecht bezahlte „Frauenberufe“, die sowohl körperlich als auch psychisch belastend sind. Sie stehen zwar im Fokus, die Anerkennung bleibt aber meist symbolisch. Das zeigt laut Soziologen, dass sich Leistung in unserer Gesellschaft nicht immer und für alle lohnt.

    Wer sich anstrengt und Leistung erbringt, der wird anerkannt und schafft es nach oben. So lautet das Versprechen unserer Leistungsgesellschaft. Was als Leistung definiert wird, bleibt jedoch diffus. Warum „leistet“ eine Pflegekraft, die Verantwortung für das Leben anderer übernimmt, weniger als jemand, der als Key Account Manager Verantwortung für ein Unternehmen trägt? Oder leistet die Pflegekraft sogar mehr, nur werden diese Leistungen nicht monetär anerkannt?

    Meritokratische Grundnorm

    Das Leistungsprinzip sei eine Grundnorm der modernen, meritokratischen Gesellschaft, erklärt Johanna Hofbauer, Soziologieprofessorin an der Wirtschaftsuniversität Wien. Es reiche zurück bis zur Aufklärung als sich das Bürgertum gegen die unproduktive Aristokratie gewandt und eingefordert hat, dass gesellschaftlicher Status nicht mehr vererbt, sondern selbst erarbeitet werden soll. Im industriellen Kapitalismus hat sich das Leistungsprinzip dann verfestigt. Die Arbeitsleistung wurde zum zentralen Gradmesser und bestimmt seither über Einkommen und Status.

    Seit den 1980er Jahren werde das Leistungsprinzip wieder stärker betont, sagt die Soziologin. Der Markt gilt seither als Ort der Verwirklichung von Leistungsgerechtigkeit, indem die Tüchtigen belohnt werden und den weniger Tüchtigen diese Belohnung vorenthalten wird. Ausgeblendet bleibe dabei, dass das Leistungsprinzip ein umstrittenes Zurechnungsprinzip sei. „Das erkennt man an der ungleichen Entlohnung von Arbeit.“, sagt Hofbauer. „An der Tatsache, dass die gesellschaftlich notwendige Sorgearbeit, Kinderbetreuung, Altenpflege etc. schlechter entlohnt wird als beispielsweise ein Job in der Rüstungsindustrie.“

    Systemrelevanz oft schlecht bezahlt

    Pflegekräfte, Elementarpädagoginnen und -pädagogen, Reinigungspersonal oder Supermarkt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Viele in der Coronavirus-Krise als systemrelevant definierte Berufe werden schlecht bezahlt. Das zeigt eine Sonderauswertung des österreichischen Arbeitsklima Index des SORA-Instituts.

    Auffallend ist: Von den elf als systemrelevant definierten Berufen verdienen jene fünf, in denen der Frauenanteil am höchsten ist, weniger als der Durchschnittslohn in Österreich. Wenig Lohn für ein hohes Maß an Leistung, denn systemrelevante Berufe gehen meist mit körperlichen und psychischen Belastungen einher. „Körperliche Belastungen sind bei den Berufsfahrern, bei den Pflegekräften und in der öffentlichen Sicherheit weit verbreitet, während die psychosozialen Belastungen in den sozialen Berufen hoch sind.“, sagt Studienautorin Martina Zandonella.


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    Würde das Credo, Leistung muss sich lohnen, zutreffen, dann müssten Berufe, die mit einer ähnlich hohen Belastung einhergehen, auch ähnlich bezahlt werden. Dem widersprechen die bisherigen Daten der Wissenschaft, sagt Studienautor Daniel Schönherr und nennt als Beispiel Beschäftigte in der Pflege, die unter hohen körperlichen und emotionalen Belastungen arbeiten und teilweise um bis zu 13 Euro weniger pro Stunde verdienen als andere Berufe mit denselben Belastungen. „Es gibt eindeutige und auch abgesicherte statistische Belege für eine ökonomische und auch eine gesellschaftliche Abwertung von diesen sogenannten Frauenberufen, die wir im letzten Jahr als systemrelevant gefeiert haben.“

    Mythos Leistungsgerechtigkeit

    In der Wissenschaft sei von den drei Fiktionen des Leistungsprinzips die Rede, erklärt die Soziologin Johanna Hofbauer. Die Fiktion der Gerechtigkeit besagt, dass Leistung individuell steuerbar und beeinflussbar ist. „Hier wird unterschlagen, dass Voraussetzungen der Herkunft, Ungleichbewertungen durch Geschlechterstereotype oder auch Macht und Besitz die Voraussetzungen dafür Leistungen zu erbringen natürlich beeinflussen und auch verfälschen.“ Die Annahme, man müsse sich nur anstrengen, um Erfolg zu haben, stimme so nicht, meint Johanna Hofbauer. Menschen strengen sich unter unterschiedlichen Bedingungen an und ihre Anstrengungen werden unterschiedlich honoriert, je nachdem welcher Gruppe sie angehören.

    Die zweite Fiktion der Meritokratie ist die Fiktion der Messbarkeit. Leistung sei nicht objektiv fassbar. Es gebe nicht die „Normleistung“, die als standardisierte Größe für Arbeit und Anstrengung herangezogen werden kann. Vielmehr würden in die Anerkennung von Leistung Vorstellungen über die Person und die Bewertung von Arbeit einfließen. Die dritte Fiktion besteht in der Annahme man könnte Leistung individuell zuordnen. Das sei in einer arbeitsteilig organisierten Gesellschaft nicht möglich, sagt Hofbauer. Denn Arbeit wird heute in vielen kleinen Prozesse und Zwischenschritten erbracht.

    Dienst am Menschen lange unbezahlt

    Dass viele „Frauenberufe“ schlecht bezahlt werden, habe auch historische Gründe, sagt die Soziologin. Tätigkeiten wie Erziehung, Reinigung oder Pflege wurden lange unentgeltlich erbracht und als Aufgabe den Frauen zugeschoben. „Der Dienst am Menschen ist dann sozusagen zu einer Herzenssache, zu einem Liebesdienst erklärt worden, für den die soziale Anerkennung völlig ausreicht. Die ökonomische Anerkennung ist da nur ein Zusatz.“ Zudem werde bei der Sorgearbeit kein verkaufbares Produkt hergestellt, sagt der Sozialwissenschaftler Daniel Schönherr. Das Ergebnis dieser Arbeit ließe sich nur schlecht beziffern. „Deshalb erscheint diese Art von Sorgearbeit oft als lästiger Kostenfaktor.“

    Gesellschaftliches Ansehen beruhe auf mehreren Dimensionen, betont Martina Zandonella. Neben dem Einkommen gehe es auch um die symbolische Ebene, die Wertschätzung, die einem Beruf entgegengebracht wird. Hier würden die Umfragen des Arbeitsklima-Index zeigen, dass viele Beschäftigte im Handel, in der Reinigung und in der Pflege den Eindruck hätten, dass ihre Arbeit nicht wertgeschätzt wird. „Das war vor Corona und wir haben jetzt keine so große Studie, aber auch ein paar aktuellere Studien aus 2020, wo wir eigentlich sehen, dass sich das nicht großartig verändert hat, im Zuge dieser Diskussion über die systemrelevanten Berufe, über die Heldinnen und Helden des Alltags.“

    Süßigkeiten für das Supermarktpersonal oder Danke-Poster zum zuhause Ausdrucken: Die symbolische Wertschätzung zu Beginn der Pandemie sei sehr punktuell gewesen und habe sogar die gesellschaftliche Geringschätzung dieser Berufe unterstrichen, meint Zandonella. „Dieses Klatschen vom Balkon ist ja eine Wertschätzung von oben herab, die auch schwer anzunehmen ist, denke ich.“ Auch die Diskussion über den sogenannten Corona-Tausender sei schnell wieder vom politischen Tableau verschwunden. Viele Menschen, die in statusniedrigen, systemrelevanten Berufen arbeiten, hätten das Gefühl, dass sie politisch nicht mitbestimmten können, dass ihnen also Anerkennung von politischer Seite verwehrt wird. Demokratiepolitisch ein brisanter Befund. „Denn Demokratie bedeutet ja, dass jeder von uns auch auf gleiche Art und Weise an unseren Lebensbedingungen mitgestalten kann.“


    ÖR-1, 04.04.2021

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