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    Viele Generationen von Denkern und Erfindern. Und jetzt kommen ein paar dümmliche, bildungslose Looser, die sich “die letzte Generation“ nennen und wollen uns vorschreiben, wie wir in Zukunft zu leben haben!

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    Moskwitsch als Elektroauto„Sohn Moskaus“:

    Russland will uralte Sowjet-Automarke wiederbeleben


    Nachdem Renault bei Russlands größtem Autohersteller Lada aussteigt und viele Importautos nicht mehr verfügbar sind, muss Putins Autoindustrie mit Bordmitteln auskommen. Nun soll die uralte Marke Moskwitsch wiederkehren - sogar mit Elektroautos.

    Auf Russlands Autofahrer kommen harte Zeiten zu. Nicht nur, dass beliebte Luxus-SUV von Mercedes oder BMW nicht mehr importiert werden, zumindest legal nicht mehr; auch Brot-und Butter-Autos von VW oder Toyota können die Russen wegen der Sanktionen nicht mehr als Neuwagen erwerben. Zuletzt zog sich Renault aus Russland zurück und gab seine Anteile am russischen Marktführer Lada ab .

    Lada soll weitergebaut werden - irgendwie

    Lada will seine Modelle - darunter den Crossover X-Ray oder das Volksauto Vesta - weiterbauen, wobei unklar ist, wie lange das ohne Teilversorgung aus dem Ausland funktioniert. Denn viele Lada-Modelle haben mittlerweile Renault-Technik an Bord.

    Berühmte Automarke soll neu aufgelegt werden

    Wohl um auch die letzten Verbindungen mit dem Westen zu kappen, will Russland nun sogar eine alte Sowjet-Automarke wiederbeleben: Den Moskwitsch ("Sohn Moskaus"). Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin kündigte an, dass das sowjetische Kultauto künftig wieder produziert werden solle.

    Zur Entscheidung von Renault sagte Sobjanin: „ Das ist ihr Recht, aber wir können nicht zulassen, dass ein Kollektiv mit vielen Tausend Arbeitern ohne Beschäftigung bleibt ." Deshalb sei beschlossen worden, das Werk zu übernehmen und die Produktion von Pkw neu zu starten unter der „ historischen Marke Moskwitsch “. Es werde versucht, den Großteil der Arbeitnehmerschaft zu erhalten.

    Vom Kadett-Nachbau zum DDR-"Mossi"

    Moskwitsch hat in Russland eine lange Tradition. In den 1930er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden in Moskau in einer Fabrik mit dem Namen KIM ("Kommunistische Internationale der Jugend") zunächst Modelle von Ford in Lizenz gebaut. Später produzierte man den Moskwitsch 400, der auf dem damaligen Opel Kadett beruhte. Es folgten in den 1950er Jahren neue Modelle, die sich im Design - weniger in der Technik- an westliche Autos anlehnten, darunter die Modelle 403, 407 und 408. Ein 1956 entwickelter Kleinstwagen mit Heckmotor wurde als Projekt ausgelagert bei Zaporoschez (ZAZ) gebaut.


    Schon in den 1960er Jahren gab es eine technische Kooperation der Russen mit Renault. Modelle wie der 1968 eingeführte Moskwitsch 412 - immerhin mit einem modernen Vierzylindermotor mit obenliegender Nockenwelle bestückt und mit 80 PS über 140 km/h schnell - wurden auch ins Ausland exportiert, sogar in einer Rechtslenker-Version nach Großbritannien.

    Schnellroster trotz dicker Bleche

    In der DDR waren die robusten Autos, die trotz ihres dicken Blechs gern rosteten, als „Mossis“ beliebt und für schlechte Straßen geeignet, wenn auch nicht so begehrt wie die Modelle von Lada. Technologisch blieb die Marke ähnlich wie der Trabant in der DDR lange in den 50er Jahren stehen. Modernere Modelle wie der Aleko schafften den Anschluss an die Autowelt nicht mehr und waren qualitativ minderwertig. 2006 ging Moskwitsch schließlich insolvent.

    Moskwitsch soll auch als Elektroauto kommen

    Technologie-Partner für die Wiedergeburt des Moskauer Automobilwerks wird nun laut Bürgermeister Sergej Sobjanin der russische Autoriese Kamaz, der vor allem LKW baut. In einer ersten Etappe sollen Verbrenner produziert werden. Später sollten auch Elektroautos hinzukommen. Kamaz und das Ministerium für Industrie und Handel seien auch dabei, in Russland die Produktion einer maximalen Anzahl an Zulieferern anzusiedeln, sagte Sobjanin: “ 2022 öffnen wir ein neues Kapitel in der „Moskwitsch“-Geschichte.


    sv/mit dpa/welt.de





    Andy Fletcher: Abwarten, Tee trinken, Toast Hawaii essen


    Mit Andrew Fletcher ist der große Herumgammler der Synth-Pop-Musik gestorben. Bei Depeche Mode war er vor allem für den Druckausgleich zuständig. Ein Nachruf

    Die US-amerikanische Rockband Mercury Rev hat in ihrem Song Holes aus dem Jahr 1998 eine wahrhaftige Feststellung getroffen: "Bands, those funny little plans that never work quite right": Bands, das sind lustige kleine Pläne, die aber nie richtig funktionieren. Weil Egos zusammenstoßen,
    Kreativität verloren geht, Erfolge ausbleiben, Drogen ihr Übriges tun. In Ausnahmefällen aber begegnen einem Bands, die eben doch quite right
    funktionieren. Über Dekaden. So wie Depeche Mode, deren Keyboarder Andrew Fletcher jetzt mit 60 Jahren gestorben ist.


    In der Regel hat die Langlebigkeit einer Band nichts mit der Genialität ihrer Musik oder der Frage, wie viele Grammy-Nominierungen sie erhalten hat, zu tun. Musikgruppen, deren Plan länger als bei anderen aufgeht, haben jedoch Menschen in ihren Reihen, die in der Lage sind, einen Druckausgleich vorzunehmen. Fletcher war ein solcher Mensch und er trägt großen Anteil daran, dass Depeche Mode, gegründet vor 42 Jahren, einige kaum fassbare Dramen überleben und tiefe Täler durchschreiten konnten. Gestern Abend – Vatertag, Christi Himmelfahrt – verkündeten Depeche Mode nun, dass dieser Druckausgleich in Zukunft fehlen wird.

    Stirbt eine wichtige Persönlichkeit der Rock- und Popwelt, erinnert die Social-Media-Community zuverlässig an deren größte Momente. In jüngster Vergangenheit war das etwa bei Charlie Watts der Fall, unzählige verlinkte Videos zeigten ihn an seinem Schlagzeug, das er anders spielte als alle anderen. Bei Andrew Fletcher läuft die Erinnerungsmaschine anders. Denn von ihm existiert kein großer Moment. Weder gibt es "seinen" Depeche-Mode-Song noch hat er sich als Keyboarder jemals in den Vordergrund gespielt. Fletcher war klug genug, zu wissen, wie albern das ausgesehen hätte.


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    Lieber blieb er Akteur im Hintergrund, was Depeche Mode verkraften konnten, weil der Sänger Dave Gahan vorneweg stolzierte und neben ihm der Songwriter Martin Gore thronte. Was hätte Fletcher da noch machen sollen, Handstand am Synthie-Turm? Wobei, sein Humor wäre das
    gewesen: Sein kleines Label, das er einige Jahre lang betrieb, taufte er Toast Hawaii, benannt nach seinem Lieblingsgericht, das er gerne verspeiste, wenn Depeche Mode in den Berliner Hansa-Studios aufnahmen. Jetzt, wo wir wissen, dass Fletcher das Ananasgericht mochte, sollten wir uns für diese bundesrepublikanische Toastvariante nicht länger schämen.


    Weil Fletcher von Beginn an dabei, aber offensichtlich niemals künstlerisch prägend war, kursierten schon früh ein paar Witze über ihn. Den besten hat er selbst gemacht: Martin Gore schreibe die Songs, Alan Wilder (der 1995 ausstieg) sei ein guter Musiker, Dave Gahan der Sänger – und er, na ja, gammele ein bisschen herum. Da ist sicher etwas Wahres dran, denn wann immer Depeche Mode an Songs arbeiteten, nahm Fletcher die
    Position eines Hinterbänklers ein, der sehr genau wusste, dass sein Einfluss und seine Redezeit begrenzt waren. Das Leben einer Band besteht jedoch nur zu einem sehr geringen Teil aus kreativer Studiozeit. Viel häufiger wird auf etwas gewartet, auf ein Flugzeug oder den Bus, auf den Moment, wenn der Tontechniker endlich das kaputte Kabel ausgetauscht hat – und nicht zuletzt darauf, dass der Songwriter endlich ein neues Lied anschleppt und der Sänger in der Lage ist, die Töne zu treffen. Sich aufs Herumgammeln zu verstehen, ist im Umfeld einer Band nicht die schlechteste Eigenschaft. These: Es sind mehr Bands an der Unfähigkeit zum gemeinsamen Warten zerbrochen als an schlechten Songs.


    Hinzu kommt, dass die Band Depeche Mode eine ganz eigene Geschichte auszeichnet. Alles fing Ende der Siebziger an, als sich in Basildon, eine Autostunde östlich von London, der selbstbewusste Teenager Vince Clarke seinen Klassenkameraden Andrew Fletcher schnappte und ihn zum Mitglied seines Popduos bestimmte. Was für "Fletch" sprach: Er besaß einen Bass. Die beiden nannten sich No Romance in China, einige Zeit

    später stieß Martin Gore dazu, als Trio machten sie unter dem Namen Composition of Sound weiter. Als schließlich der Sänger Dave Gahan einstieg, unterbreitete er den Namensvorschlag Depeche Mode. Bis dahin war Clarke der Boss gewesen, doch dieser stieg aus, nachdem das Debütalbum Speak & Spell mit Hits wie I Just Can't Get Enough und Dreaming Of Me durch die Decke gegangen war. Also übernahm Gore die kreative Leitung.

    Dieser ist ein schüchterner Mensch, der sich lieber in Selbstironie und Humor flüchtet, als sich allzu ernst zu nehmen. Sein bester Witz? Depeche Mode zu einer ernsten Band zu machen. Zunächst färbte er die Musik mit Alben wie Black Celebration dunkler, dann transferierte er den Synthiepop zu Beginn der Neunzigerjahre in den Rock 'n' Roll. Gahan interpretierte diese neue Richtung auf schrecklichste Art und verfiel dem
    Heroin, 1993 kam es zu einem Suizidversuch, 1996 schlug nach einer Überdosis sein Herz für zwei Minuten nicht mehr. Und trotzdem: Depeche Mode überlebten, waren einer der letzten Großtanker der Musikwelt. Genau wie U2 füllten sie die größten Stadien. Anders als U2 fielen sie niemanden auf die Nerven.

    Eine Band, in der Martin Gore Songs schreibt, die Dave Gahan singt, profitiert von einem dritten Mitglied wie Fletcher, das bestimmte Eigenschaften nicht besitzt. Narzissmus zum Beispiel. Fletcher verstand sich stattdessen aufs Zuhören und die richtigen Sprüche, wenn Situationen sich erhitzten. Auch das war für Depeche Mode, die lange Zeit keinen Manager hatten, essenziell. Fletcher war da, weil jemand gebraucht wurde, der da ist. Wie ein Sechser im Fußball, den man auch erst bemerkt, wenn er vom Platz fliegt und das ganze System seiner Mannschaft kollabiert.

    Im November 2020 wurden Depeche Mode in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, reichlich spät, aber gut. Die Zeremonie fand mit Videoschaltungen statt, Gahan, Gore und Fletcher saßen jeweils zu Hause. Erst juxten sie herum, dann las Gahan ein paar Zeilen vor, Gore zeigte grinsend seine strahlend weißen Zähne. Und Fletcher? Sagte kaum was, sah aber supergut aus und war derjenige, der die Hall-of-Fame-Statue bereits zu Hause auf dem Schreibtisch stehen hatte. Er hielt das kleine Ding hoch, küsste es und wirkte dabei wie ein Schuljunge, der vor dem Spiegel so tut, als sei Mamas Kleiderbürste ein Grammy, den er gerade gewonnen hatte. Wohl wissend, dass so etwas im echten Leben niemals passiert.


    Andrew Fletcher ist es aber doch passiert. Nicht, weil er ein begnadeter Musiker oder charismatischer Sänger war. Sondern vor allem, weil er der Band, in die er einst gedrängt wurde, treu geblieben ist. "Er, der auf seine alte Gang vertraut hat – und sie auf ihn", schrieb Alison Moyet zu seinem Tod auf Twitter. Auch sie ist ein Popstar aus Basildon, ebenfalls 60 Jahre alt, seit 50 Jahren mit Fletcher befreundet. Dass der nun tot ist? "It doesn't compute", tweetet Moyet. Es ergibt keinen Sinn.

    Gut möglich, dass Depeche Mode jetzt keinen Sinn mehr ergeben. Seit 1993 haben sie streng nach Kalender alle vier Jahre ein neues Album veröffentlicht. Das letzte, Spirit, erschien 2017. Die Pandemie zerstörte diese Planwirtschaft, Gore und Gahan verwirklichten Soloprojekte, Ersterer sagte in einem Interview, Depeche Mode seien eben ein sehr, sehr großes Schiff und entsprechend schwer zu manövrieren. Nun fehlt auch noch Flechter auf dem Tanker, der Mann, der den beiden Kapitänen half, Kurs zu halten. Ob es noch eine letzte Ausfahrt geben wird?

    "We all know boats don't last", heißt es im Depeche-Mode-Song Flexible, auf einer netten B-Seite aus dem Jahr 1985. Das Stück handelt vom Ruhm und vom Geld, vom Alkohol und vom Sex, dem ganzen Zeug, das seltsame Dinge mit den Menschen macht. Andrew Fletcher erweckte immer den Eindruck, dafür kaum anfällig zu sein. Flexibel zu sein, bedeutete für ihn wohl auch, im richtigen Moment Nein zu sagen. Und was er herumgammeln nannte, war in Wahrheit eine Haltung.

    Sport in der Schule
    Was im Sportunterricht schiefläuft

    Viele Menschen haben schlechte Erinnerungen an den Schulsport. Woran liegt das? Ist es inzwischen besser geworden? Und: Wie sieht guter Sportunterricht aus?

    Schulsport am Gymnasium: Die Kinder sollen Teams bilden. Sie rufen einen Namen nach dem anderen auf. Zuerst werden die sportlichen und beliebten Kinder in die Mannschaften gewählt. Dann die mittelmäßigen. Am Ende bleiben nur die pummeligen, weniger beliebten und vermeintlich unsportlichen Kinder übrig. Dazu habe ich immer gehört. Zum Rest. Ich kann mich noch genau an dieses Gefühl erinnern, an die abschätzigen Blicke der anderen. Manche stöhnten auf, wenn ich in ihr Team gewählt wurde. »Mit der gewinnen wir nie.«

    Mit solchen Erfahrungen bin ich nicht allein. Die Journalismus-Plattform »Krautreporter« hat Anfang 2022 ihre Community zu ihren Erfahrungen mit dem Schulsport befragt. Mehr als 5000 Menschen haben geantwortet – ein Rekord. Das Ergebnis: viele traurige und schockierende Geschichten. Mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden gaben an, ihre Erfahrungen im Sportunterricht hätten dazu beigetragen, dass sie noch immer nicht gern Sport treiben. So viele vertane Chancen.


    Laut einem Bericht der Deutschen Krankenversicherung DKV verbringen die Deutschen durchschnittlich 8,5 Stunden pro Tag im Sitzen – so viel wie nie zuvor. Doch der Körper ist nicht fürs Sitzen, sondern für Bewegung gemacht. Bewegen wir uns zu wenig, werden wir krank. Laut Daten des Statistischen Bundesamts haben 61 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen in Deutschland Übergewicht. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose sind auf dem Vormarsch.

    Anlass genug, um über Ausrichtung und Gestaltung des Schulsports nachzudenken. Wäre es nicht Aufgabe des Sportunterrichts, Kinder für Sport und Bewegung zu motivieren, anstatt sie zu vergraulen? Was läuft hier schief? Oder ist es längst besser geworden?

    Die meisten Kinder lieben Bewegung

    Kinder für Bewegung zu begeistern, sei grundsätzlich nicht schwierig, sagt Günter Stibbe von der Deutschen Sporthochschule Köln. »Wer das nicht schafft, hat den Beruf verfehlt.« Julia Besch, Sportwissenschaftlerin und Grundschullehrerin in Esslingen, einer Gemeinde nahe Stuttgart, stimmt zu: »Kinder sind eigentlich immer in Bewegung. Darüber erschließen sie sich ihre Welt.« Klettern, rennen, toben – das macht Kindern nicht nur Spaß, sondern stärkt auch ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten.

    »Richtig cool« findet es eine Neunjährige aus meinem Bekanntenkreis, wenn der Lehrer die Kinder einen Parcours aufbauen lässt, wo man »überall drüberspringen oder unten durchkriechen muss«. Auch bei einer Elfjährigen liegen Spiele hoch im Kurs, bei denen Hindernisse überwunden werden müssen. Ihr gefällt, dass im Schulsport viel gespielt wird. Insgesamt, so ergibt die kleine private Umfrage, sind die Erfahrungen der Kinder gemischt, von »Das macht mir überhaupt keinen Spaß« bis »Sport ist das beste Schulfach«.


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    Letzterem würden 60 bis 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen zustimmen, sagt Stibbe, der schon viele Jahre zum Schulsport forscht. Bleiben 30 bis 40 Prozent, die das Schulfach Sport nicht so sehr mögen, vielleicht sogar Angst davor haben. Woran liegt das? Schlechte Erfahrungen. Das zeigen Befragungen wie die der Krautreporter, aber auch internationale Daten. In einer gemeinsamen Studie der Universitäten Paderborn, Augsburg und Löwen (Belgien) berichten Kinder aus verschiedenen europäischen Ländern, sie seien von Mitschülerinnen, Mitschülern oder Lehrpersonen beleidigt worden oder hätten zur Strafe Übungen vormachen müssen. Aus empirischen Studien weiß man zudem, dass die Begeisterungsfähigkeit für Bewegung mit dem Alter abnimmt. In der Pubertät wird vieles schwieriger.


    »Der Sportunterricht berührt intim und existenziell«, sagt Stibbe. In keinem anderen Fach sei man körperlich so exponiert. Zwar gibt es noch keine Studien, die die Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen im Schulsport auf die Psyche untersucht haben. Gut belegt ist jedoch, dass Menschen, die in jungen Jahren Mobbing erlebt haben, später häufiger von Depressionen und anderen psychischen Beschwerden betroffen sind.

    Besonders für Teenager ist Zugehörigkeit und Anerkennung durch Gleichaltrige sehr wichtig. Ausgeschlossen zu sein aktiviert dieselben Hirnareale wie körperlicher Schmerz. Während der Pubertät finden im Gehirn bedeutende Umbauprozesse statt. Fachleute vermuten, dass wiederholte Kränkungen während dieser Zeit die Art und Weise beeinflussen, wie die Menschen Schmerz verarbeiten. Hirnscans haben gezeigt, dass es strukturelle Unterschiede zwischen den Gehirnen von gesunden Jugendlichen und von Mobbing-Opfern gibt. Die Demütigungen bleiben unvergessen.

    Demütigungen im Schulsport prägen dauerhaft

    Ich erinnere mich an schier endlose Schulstunden, die wir mit Boden- und Geräteturnen zubrachten. Viele der vorgeschriebenen Übungen habe ich nie hinbekommen. Insbesondere nach einem Wachstumsschub in der Pubertät waren meine Arme und Beine zu lang. Ich schaffte es einfach nicht, sie richtig zu sortieren. Irgendwann galt es immer, eine Kür zusammenzustellen und diese vor allen anderen vorzuturnen. Natürlich misslangen meine Versuche. Es reichte meist gerade so für eine Drei. Bei mir blieb hängen: Ich bin unsportlich.


    Diesen Satz hat Günter Stibbe schon oft gehört. Bei einer Studie, die er gemeinsam mit Kollegen an Berufsfachschulen in Nordrhein-Westfahlen durchführte, gaben zwar viele der überwiegend weiblichen 16-jährigen Teilnehmenden an, gerne Sport zu machen. Sie hielten sich aber nicht für sportlich. Schließlich gab es in der Schule nie ein »gut« oder »sehr gut«. Dahinter stecke die Annahme, nur gesunde, topfitte und leistungsfähige Menschen könnten Sport treiben, sagt Sportpädagoge Stibbe. »Das ist eine Katastrophe. Der Sport ist für den Menschen da und nicht umgekehrt.«

    »Sportliche Aktivitäten können dazu beitragen, dass schwierige Lebenssituationen besser bewältigt werden«, heißt es im »Memorandum Schulsport« von 2019, einem Papier, das mehrere Sportverbände gemeinschaftlich verfasst haben. Insbesondere Wohlbefinden, Fitness und Selbstvertrauen der Kinder, aber auch gesellschaftliche Prozesse wie Integration und Inklusion können dadurch gestärkt werden. Geschieht das auch – oder ist vielmehr das Gegenteil der Fall?

    Das Memorandum kommt zu dem Schluss, dass sich der Schulsport in Deutschland in einer »ausbaufähigen Situation« befindet. Weiter heißt es: »Die Rahmenbedingungen und Wirkungsmöglichkeiten (…) könnten besser ausfallen, sie sind aber – verglichen mit früheren Zeiten und anderen Ländern – auch nicht so schlecht.«

    Der Leistungsgedanke sitzt bereits bei Kindern tief

    »Es hat sich schon eine Menge getan«, sagt Stibbe, der künftige Sportlehrerinnen und Sportlehrer ausbildet. Repräsentative Untersuchungen zum Schulsport in Deutschland gibt es wenige; die neuesten Daten stammen von 2006. Darin fragten die Forschenden rund 9000 Schüler und Schülerinnen aus 4., 7. und 9. Klassen sowie deren Sportlehrerinnen und -lehrer, worin ihrer Meinung nach die Ziele des Sportunterrichts liegen.

    Die Antworten überraschen: Für die Lehrkräfte stand der Gedanke, den fairen Umgang miteinander zu fördern, an erster Stelle, gefolgt von der Absicht, die Kinder zum weiteren Sporttreiben zu motivieren. Auf dem dritten Platz: »Gesundheit und Fitness fördern«. Dieser Punkt stand bei den Kindern an erster Stelle, gleich auf Platz zwei folgte: »Die Leistung in einzelnen Sportarten verbessern.« Offenbar hat sich der Leistungsgedanke tief in die Köpfe der Kinder eingeprägt – obwohl die Lehrenden dies gar nicht beabsichtigen.


    Die so genannte SPRINT-Studie ergab außerdem: Das Notenspektrum im Schulsport erstreckt sich im Wesentlichen von eins bis drei. Die Noten »ausreichend« und »mangelhaft« gibt es so gut wie gar nicht. Dahinter stecke vermutlich die Absicht, die Kinder nicht durch schlechte Noten zu demotivieren, sagt Stibbe. Damit erreicht man unter Umständen genau das Gegenteil, denn sie stellen fest: Egal, wie sehr ich mich anstrenge, es gibt schlimmstenfalls eine Drei. Und die anderen Kinder wissen trotzdem: Der oder die ist schlecht. Den wähle ich besser nicht.


    Braucht es im Schulsport überhaupt Noten? Schließlich sind die körperlichen Voraussetzungen individuell verschieden. Wer klein ist, kann in der Regel nicht so hoch springen wie jemand, der groß gewachsen ist. Ein übergewichtiges Kind tut sich oft mit vielem schwerer, schließlich hat es mehr Gewicht zu schleppen. Eine gewisse Art von Bewertung und Wettkampf gehöre zum Sport, sagt Sportwissenschaftler Stibbe. Schließlich gehe es auch darum, gewinnen und verlieren zu lernen. Aber nicht nur die absolute Leistung, auch den Leistungsfortschritt könne man bewerten: Wie sehr hat sich jemand im Rahmen seiner individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten verbessert?

    »Als Lehrkräfte haben wir eine pädagogische Freiheit, die sollten wir nutzen«, stimmt Julia Besch zu. Und: »Man kann auch eine Note vergeben für Anstrengungsbereitschaft, Fairness oder Empathie.« Wichtig sei, die Notengebung transparent zu machen und mit den Kindern über diese Themen zu sprechen. Etwa: Wie gehe ich mit jemandem um, der nicht so gut werfen oder turnen kann? In ihrer Klasse habe sie damit gute Erfahrungen gemacht, sagt die Grundschullehrerin.

    Wenn jemand eine bestimmte Übung nicht könne, dürfe er auch etwas anderes machen, erzählt meine elfjährige Bekannte, die ein Gymnasium besucht. Oder die Lehrerin helfe. Zwar müsse man vor den anderen vorturnen, man könne sich aber aussuchen, ob in der einen oder der nächsten Woche. »Dann hat man noch ein bisschen Zeit zum Üben.« Ihr Lehrer mache die Noten ganz nebenbei, meistens merke sie gar nichts davon, sagt die neunjährige Grundschülerin. Insgesamt höre ich von Kindern, die ein Gymnasium besuchen, häufiger vom Vorturnen und relativ strikten Notentabellen als von Kindern an Grund- und Realschulen. Die Art der Benotung hängt wohl auch von der Schulart ab.

    Am Gymnasium steht oft die Leistung im Vordergrund

    Wer am Gymnasium unterrichten will, muss in der Regel ein Universitätsstudium absolvieren. Das sei deutlich leistungsorientierter und biete weniger pädagogische und didaktische Inhalte als die Ausbildung von Grund-, Haupt-, Realschul- und Förderschullehrkräften, sagt Besch. Sie selbst hat an einer Pädagogischen Hochschule studiert – eine Institution, die es nur in Baden-Württemberg gibt. Derzeit unterrichtet sie vier Tage in der Woche, ist Klassenlehrerin an einer Grundschule. Am fünften Tag fährt sie an die Universität Saarbrücken, wo sie sich Forschung und Lehre widmet – und auch künftigen Gymnasiallehrkräften begegnet.

    »Viele kommen aus dem Vereinssport und gehen mit einem Trainerverständnis in den Sportunterricht. Aber ein Trainer ist kein Lehrer«, sagt sie. Das zu Grunde liegende Problem: Wer Sport studiert, war in der Regel gut im Schulsport und gibt den Leistungsgedanken, dem er oder sie entsprochen hat, unter Umständen an seine Schülerinnen und Schüler weiter. »Manche Studierenden können nicht verstehen, dass jemand Sport nicht mag«, bestätigt Stibbe, der an der Deutschen Sporthochschule Köln Lehrkräfte für alle Schularten ausbildet.

    Eigentlich sollten gerade diejenigen, die früher schlecht im Sportunterricht waren – oder dies zumindest nachvollziehen können –, Sportlehrer werden. »Ich sage meinen Studierenden immer: Ihr müsst bei den Stärken der Schülerinnen und Schülern ansetzen und den Sport verändern. Nicht die Menschen so verändern, dass sie den Sport treiben können.« Seinem Eindruck nach sind auch die ambitionierteren unter den Studierenden schon deutlich sensibler und empathischer geworden.


    »Viele kommen aus dem Vereinssport und gehen mit einem Trainerverständnis in den Sportunterricht. Aber ein Trainer ist kein Lehrer«, sagt sie. Das zu Grunde liegende Problem: Wer Sport studiert, war in der Regel gut im Schulsport und gibt den Leistungsgedanken, dem er oder sie entsprochen hat, unter Umständen an seine Schülerinnen und Schüler weiter. »Manche Studierenden können nicht verstehen, dass jemand Sport nicht mag«, bestätigt Stibbe, der an der Deutschen Sporthochschule Köln Lehrkräfte für alle Schularten ausbildet.

    Eigentlich sollten gerade diejenigen, die früher schlecht im Sportunterricht waren – oder dies zumindest nachvollziehen können –, Sportlehrer werden. »Ich sage meinen Studierenden immer: Ihr müsst bei den Stärken der Schülerinnen und Schülern ansetzen und den Sport verändern. Nicht die Menschen so verändern, dass sie den Sport treiben können.« Seinem Eindruck nach sind auch die ambitionierteren unter den Studierenden schon deutlich sensibler und empathischer geworden.

    »Während in der Klassenstufe 4 die Palette vielfältig scheint (…), reduziert sich in den Sekundarstufen die inhaltliche Gestaltung auf Leichtathletik, Turnen und Gymnastik sowie die Sportspiele Fußball, Basketball und Volleyball«, heißt es in der Studie von 2006. Die Befragungen ergaben: Die Kinder wünschen sich mehr Abwechslung im Schulsport.


    Damit Kinder ihre Stärken und die Freude am Sport entdecken, reicht es oft nicht, sie die altbewährten Übungen turnen lassen. Die aktuellen Bildungspläne machen Hoffnung, dass sich dies gerade ändert. Zwar ist Bildung in Deutschland Ländersache, doch es finden sich viele Gemeinsamkeiten. Im Bildungsplan für Grundschulen in Baden-Württemberg gibt es beispielsweise neun Felder: Sie reichen von »Körperwahrnehmung« über »Tanzen – Gestalten – Darstellen« bis hin zu »Bewegen in erweiterten Erfahrungsfeldern«. »Da kann man zum Beispiel Raufen und Kämpfen als Thema nehmen, Inlinerfahren oder Klettern«, sagt Julia Besch. So manche Trendsportart habe Eingang in den Sportunterricht gefunden. Anstatt großen Wert auf einzelne Sportarten und deren korrekte Ausführung zu legen, versuche man heute, den Kindern ein breites, vielfältiges Bewegungsangebot zu machen. »Ich möchte, dass jedes Kind seine Sportart, seinen persönlichen Zugang zur Bewegung findet«, sagt die Grundschullehrerin.

    Trendsportarten statt Unterricht nach alter Schule

    Sein Sportlehrer habe gemerkt, dass er eine Begabung für Kampfsport habe, erzählt mir ein 13-Jähriger. Daraufhin meldeten ihn seine Eltern beim Taekwondo an. Mit Begeisterung trainiert er nun zweimal die Woche. Auch bei mir hat es schließlich noch geklappt. Am Gymnasium hatte ich eine rührige Sportlehrerin, die mit uns verschiedenste Sportarten ausprobiert hat. Wir waren bowlen, klettern – und auch joggen. Draußen, in der Natur. Da habe ich gemerkt: Ausdauer ist voll mein Ding. Heute laufe ich Ultramarathons und steige mit Skiern auf 3000er. Ich würde mich also durchaus als sportlich bezeichnen.

    Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Kindern und Jugendlichen mindestens 60 Minuten Bewegung von moderater bis hoher Intensität pro Tag. Zwar gab es bereits Modellprojekte mit einer täglichen Sportstunde. Eine dauerhafte Umsetzung scheitere jedoch häufig am Lehrermangel, sagt Besch.

    Sie ist der Ansicht, dass Bewegung nicht nur im Sportunterricht stattfinden sollte, sondern auch in anderen Fächern, in den Pausen und am Nachmittag. Hier sind die Eltern gefragt: Statt das Kind im Auto zur Schule zu kutschieren, sollten sie ihm ein Vorbild in Sachen Bewegung sein, beispielsweise gemeinsam mit ihm hinradeln und es bei weiteren sportlichen Aktivitäten unterstützen. Doch auch Sportlehrer und Sportlehrerinnen können Wegweiser in ein bewegteres, gesünderes und glücklicheres Leben sein.

    Gewählt wird im Sportunterricht leider noch immer, wie mir meine elfjährige Bekannte berichtet. »Und ich komme immer fast ganz zum Schluss.« Bei diesen Worten wird das lebhafte Mädchen leiser. Lehrerin Besch sagt, es gebe viele bessere Möglichkeiten, zu fairen Teams zu kommen. »Wenn man sie fragt, haben die Kinder oft selbst ganz tolle Ideen.« Kürzlich habe ein Kind vorgeschlagen, die Teams nach Sockenfarbe einzuteilen. »Das hat super gepasst«, erzählt Besch. Sollten die Teams doch zu ungleich sein, kann die Lehrkraft nachjustieren. Oder sie teilt die Kinder von vornherein selbst ein, vergibt zum Beispiel farbige Bänder oder lässt Kärtchen ziehen. Wissen und Konzepte, den Sportunterricht besser zu machen, gibt es zu Genüge. Man muss sie nur umsetzen.


    https://www.spektrum.de/news/s…ocket-newtab-global-de-DE








    Wohin mit Druckerpatronen und Tonerkartuschen?


    Alte Druckerpatronen und Tonerkartuschen gehören nicht in den Müll. Sie können recycelt oder wieder befüllt werden. Aber wo und wie wird man seine Patronen los? Gibt es vielleicht sogar Geld dafür? Das klären wir am Mittwoch bei MDR THÜRINGEN.


    Rund vier Millionen Drucker werden laut Statista pro Jahr in Deutschland verkauft. In jedem einzelnen Gerät stecken Behälter für die Tinte. Bei Tintenstrahldruckern heißen sie Druckerpatronen und bei Laserdruckern Tonerkartuschen. In vielen Fällen landen diese Kartuschen und Patronen im Restmüll. Das ist verboten und auch schade, denn hier werden Geld und Ressourcen verschwendet. Es kann deshalb auch richtig teuer werden. Zwischen 50 und 200 Euro können in Mitteldeutschland als Bußgeld für die falsche Entsorgung angesetzt werden.


    Recycling von Druckerpatronen und Tonerkartusche

    Tonerkartuschen und Druckerpatronen dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden, weil sie gut recycelbare Bauteile enthalten. Zudem schmilzt die Tinte im Toner zwar auf Papier, in die Umwelt gelangt sie aber als giftiger Feinstaub. Deshalb dürfen nur Profis die Entsorgung übernehmen. Es gibt verschiedene Orte, an denen Sie leere Toner und Druckerpatronen zurückgeben können.


    • Druckerpatronen und Tonerkartuschen können auf Wertstoffhöfen oder am Schadstoffmobil zurückgegeben werden. Teilweise gibt es auf Wertstoffhöfen eine rote Tonne, in die alle Dinge, die zu einem Drucker gehören, entsorgt werden können. Kartuschen und Patronen aus der roten Tonne werden recycelt und wieder befüllt.
    • In vielen Elektromärkten gibt es Abgabemöglichkeiten. Nach dem Elektrogerätegesetz sind Händler verpflichtet, Patronen und Kartuschen zurückzunehmen. Diese Möglichkeit können Sie auch nutzen, wenn Sie Ihren Drucker und Ihre Tinte an einem anderen Ort gekauft haben.
    • Bei den großen Druckerherstellern gibt es die Möglichkeit, Kartuschen und Patronen kostenlos zurück zu schicken.
    • Es gibt verschiedene Unternehmen, denen man seine leeren Kartuschen schicken kann. Die Unternehmen übernehmen das Porto und versprechen komplettes Recycling. Allerdings muss man mindestens sechs leere Artikel auf die Reise schicken.


    Leere Druckerpatronen und Tonerkartuschen wieder befüllen

    Ist die Tinte alle, kann man einfach neue in Patronen und Kartuschen füllen. Allerdings sollte man das nicht alleine zu Hause probieren, sondern einem Profi überlassen. Die wissen nämlich nicht nur, wie das geht, sondern setzen auch den Chip zurück, der die gedruckten Seiten zählt. Die meisten Drucker akzeptieren nämlich nur solche Patronen. Refill-Stationen gibt es fast überall. Wer keine findet, kann auch Angebote im Internet nutzen.


    Geld verdienen mit alten Kartuschen und Druckerpatronen?

    Es gibt Recyclingfirmen, die leere Kartuschen und Patronen aufkaufen. Bis zu vierzehn Euro soll man für ein einzelnes Exemplar bekommen können. Allerdings funktioniert das in der Praxis kaum. Meistens erhält man für seine eigenen Kartuschen nur ein paar Cent.

    MDR (anz)

    Vor allem versuchen sie es mit einer emotional aufgeladenen Botschaft der "Fernfahrer-Romantik" zu verkaufen.

    Und es wird über Zuschüsse zur Finanzierung des LKW-Führerscheins nachgedacht.

    Als die Vikinger um 900 n. Chr. nach Grönland kamen, hatten wir auf der Erde grade die kleine Warmzeit und Grönland, so wie

    es heute noch übersetzt werden kann, war komplett grün. Schafzucht und Rinderherden waren kein Problem. Innerhalb der nächsten 500 Jahre setzte durch einen Klimawandel die kleine Eiszeit des Mittelalters ein und es wurde immer schwerer für die Vikinger in Grönland Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben. Das Vieh ging immer öfter ein und die Ernten blieben aus. Was machten die Vikinger ? Sie intensivierten ihre Bemühungen und steckten immer mehr Energie und Recourcen in ein System, das nicht mehr funktionierte, mit immer weniger Ertrag.
    Statt einfach von den Eskimos zu lernen wie man Robben jagt. Am Ende zogen sich von einer dicht besiedelten Grönländischen Küste die Vikinger wieder zurück in ihr Kernland in Skandinavien, weil sie nicht in der Lage waren sich anzupassen.

    Statt im Verkehrsministerium darüber nach zu denken 17jährige auf einen 40Tonner zu setzen, sollte man Ernst mit der Verkehrswende machen und den Güterverkehr auf die Schiene verlagern. Man reitet da ein totes Pferd durchs Ziel wenn man so vehement an einem - sich bereits abzeichnend - kranken System festhält und da nun auch noch über abstrakte Rettungsmechanismen weitere Energie rein steckt.