Und das Handelsblatt, welches es ja besser wissen müsste, leistet sich dann einen solchen Kommentar von einer / einem Krapp, Catiana auch noch abzudrucken:
Kommentar: Lasst die fossilen Preise hoch! (Handelsblatt über msn)
"Angesichts von Rekordpreisen beim Sprit und Kostensprüngen beim Gas diskutieren Politiker Preisbremsen und Subventionen. Damit konterkarieren sie wichtige Marktsignale.
Die durch den Irankrieg verursachten hohen Preise für Öl und Gas lösen falsche, politische Reflexe aus: Es gibt Forderungen nach Preisdeckeln und einen Fokus darauf, fossile Brennstoffe bezahlbar zu halten. Das ist genau falsch herum gedacht.
Teure Energie ist schmerzhaft und doch in vielerlei Hinsicht heilsam. Der naheliegendste Beweis dafür ist der Boom bei erneuerbaren Energien, der sich gerade zeigt: Der Energiekonzern Eon etwa hat im März sowohl bei Privatleuten als auch bei Unternehmen eine so hohe Nachfrage nach Photovoltaik verzeichnet wie zuletzt 2023. Jeder Verbraucher, der sich heute grüne Alternativen sucht, ist in der nächsten Öl- und Gaskrise resilienter.
Wer Klimaschutz als vergleichsweise nachrangiges Thema betrachtet, kann auch anders argumentieren: Hohe Ölpreise tragen auch dazu bei, Raffinerien am Leben zu halten, die sich hierzulande immer schwerer tun. Solange Deutschland und Europa im Ernstfall verteidigungsfähig sein wollen, sollten sie jene, die den nötigen Treibstoff produzieren, nicht vollends um ihre Wirtschaftlichkeit bringen.
Auch volkswirtschaftlich sind die hohen Preise wichtig. Sie senden ein Signal, das lautet: Öl und Gas sind knapp – sie sollten sparsamer verbraucht werden als normal. Dem Weltmarkt stehen seit Beginn des Irankriegs rund 20 Prozent weniger Öl und Gas zur Verfügung als sonst.
Einer zahlt immer die Rechnung
Noch ist das zwar eher in Asien spürbar als in Europa. Aber wenn das so bleiben soll, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder, der Verbrauch wird reduziert, oder jemand bezahlt die höhere Rechnung. Wenn das nicht Bürger und Unternehmen sind, ist es der Staat – dem dann noch weniger Geld für andere wichtige Themen zur Verfügung steht.
Im Übrigen haben sich Vertreter der aktuellen Bundesregierung vor ihrer Wahl stets für eine Politik durch Preissignale ausgesprochen: Klima-Transformation etwa wollten sie über steigende CO₂-Preise anreizen. Diese politisch durchzuhalten, gestaltet sich schon jetzt als schwierig. Hohe fossile Preise durch einen von den USA und Israel begonnenen Krieg hingegen lassen sich einfacher wegargumentieren – und der Effekt auf die Transformation ist ähnlich.
Was kann der Staat tun? Strom sollte vergünstigt werden. Überlegungen von Wirtschaftsministerin Reiche, die Stromsteuer nun doch auch für private Haushalte zu senken, gehen in die richtige Richtung. Auch sollten die rechtlichen Voraussetzungen für Unternehmen, die Photovoltaik oder Windräder installieren, einfacher werden. Im Endeffekt ist es einfach: Der Staat sollte Bürger und Unternehmen jetzt bei der Abkehr von Öl und Gas unterstützen – statt in alten Verhaltensmustern hängen zu bleiben."
Ich habe schon lange nicht mehr so einen Menschen verachtenden Blödsinn gelesen (die Leute in den Kommentaren auch nicht).Der Autor sollte sich einmal vor Augen halten, wo der Strom im Netz für die Grundlast her kommt. Davon abgesehen, warum soll der Verbraucher die Raffinerien für die Verteidigungsfähigkeit mit seinem Geld wirtschaftlich halten? Verteidigung ist Bundessache, wo sind die ganzen E-Fahrzeuge und Flugzeuge für unsere Bundeswehr? Der Autor scheint an zu nehmen, dass die Bürger Krösus sind, jeder Einzelne versteht sich, und mal eben sich das Geld für eine Solaranlage (mit Speicher versteht sich, man will ja unabhängig sein) und ein E-Auto aus dem Handgelenk schüttelt. Dabei dreht mittlerweile fast jeder Bundesbürger jeden Euro dreimal um, bevor er ausgegeben wird.
Und das sind nur ein paar Gedanken zu einem geringen Teil des Textes.
Für solche Beiträge in der Presse habe ich kein Verständnis. Ja, es ist ein Kommentar, der muss nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln, aber ein wenig Feingefühl kann ich von so einer Redaktion bezogen auf das Thema und unsere Zeit schon erwarten.