Digitale Knöllchen in München - Pilotversuch

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    Pilotversuch in München
    Digitale Knöllchen ersetzen Strafzettel - Bußgelder zahlen Sie jetzt per App


    In München werden ab Freitag in einem Pilotversuch in drei Stadtteilen digitale Strafzettel getestet. Bußgelder können hierbei per App bezahlt werden. Das neue digitale System ist einzigartig in Deutschland, etwas Vergleichbares gibt es bis dato nur in der Schweiz.

    Über einen Strafzettel hat sich eigentlich nie jemand richtig gefreut. Auch jetzt, da analoge Knöllchen nach mehr als 100 Jahren abgeschafft werden, beschleicht den einen oder anderen Verkehrssünder nicht unbedingt Wehmut – aber doch zumindest Verwirrung angesichts der Umstellung.

    Zunächst einmal heißt das digitale Knöllchen nicht mehr Strafzettel, sondern Bürgerbenachrichtigung. Das klingt viel freundlicher und auch nicht mehr nach Strafe und dem damit verbundenen schmerzlichen Verlust von Geld.

    Knöllchen-Tests starten in München in drei Stadtvierteln

    Billiger werden Falschparken und ähnliche Delikte nicht, bestenfalls spart man sich Zeit. "Bußgelder bis zu 55 Euro kann man gleich mittels der speziell entwickelten neuen Handy-App von seinem Konto abbuchen", erklärt Michael Reisch von der Abteilung Verkehr im Präsidium.

    Das neue digitale System ist einzigartig in Deutschland. Vergleichbares gibt es nur in der Schweiz. Entwickelt wurde die "mOwi-App" in den vergangenen eineinhalb Jahren in Straubing vom Polizeiverwaltungsamt. Hauptkommissar Jörg Hiltl: "In München startet am Freitag der zweimonatige Pilotversuch, um das System unter Alltagsbedingungen zu testen."

    Ausgesucht wurden dafür folgende Stadtbereiche: ab Freitag in der PI 14 im Westend. In einer Woche folgen dann in Bogenhausen die PI 22, die PI 44 in Moosach und die 2. Einsatzhundertschaft, die im gesamten Stadtgebiet aber auch im Landkreis München unterwegs ist. Ab Herbst sollen, wenn die Testphase erfolgreich verläuft, in ganz München Strafzettelblöcke überflüssig sein.

    Digitaler Strafzettel in München: Wie funktioniert das neue Verfahren?

    Die Beamten stellen vor Ort bei einem Verkehrsverstoß per App über ihr Dienst-Smartphone eine entsprechende Verwarnung aus. Diese wird dann mit einem QR-Code, der sich auf der Bürgerbenachrichtigung befindet, zusammengeführt und automatisch im Polizeidatennetz gespeichert. Das System arbeitet mit GPS-Daten, dadurch muss der Ort nicht extra eingegeben werden. Zudem hat es eine Kamerafunktion, um den Verstoß zu dokumentieren. Die Polizisten tippen nur noch auf ihren Handys, statt umständlich ein Formular auszufüllen. "Ein routinierter Beamter spart damit etwa 50 Prozent der Zeit", sagt Jörg Hiltl.

    Auf der Dienststelle entfällt die Erfassung und Übertragung der Daten per Hand ins System, was Personal und Kosten spart. Mitarbeiter der Datenerfassung sollen aber nicht gefeuert werden, betont das Präsidium, die Kräfte würden anderweitig eingesetzt.

    Digitalen Strafzettel kassiert, via Smartphone bezahlen

    Am Auto steckt das digitale Knöllchen wie der analoge Vorgänger hinter dem Scheibenwischer. Polizisten können die Benachrichtigung dem Verkehrssünder aber auch persönlich in die Hand drücken. Der verwarnte Verkehrsteilnehmer kann dann mit seinem Smartphone, einem Tablet oder Zuhause am Computer mit Hilfe des QR-Codes den vorgeworfenen Tatbestand aufrufen. Dabei erfährt man dann gleich auch die Höhe des fälligen Bußgelds oder die Anzahl der Punkte in Flensburg. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Strafe direkt zu bezahlen – beispielsweise über Onlinebanking.

    Wer kein Smartphone besitzt, nicht die technischen Möglichkeiten hat oder sich schlicht nicht mit der Technik befassen möchte, muss keine Mehrkosten fürchten. Er kommt aber auch nicht um die fällig Strafe herum: Wie bislang auch besteht die Möglichkeit, die Strafe bei einer Polizeiinspektion zu bezahlen oder sich dort die Infos dazu einzuholen. Dafür muss dann aber die Bürgernachricht vorliegen.

    Und was passiert, wenn sich das digitale Knöllchen aus irgendwelchen Gründen nicht mehr am Auto befinden sollte? Auch dann verfällt die Strafe natürlich nicht. Der Halter des Fahrzeugs bekommt dann ebenfalls - wie gewohnt - eine schriftliche Benachrichtigung über den Verstoß per Post.


    https://www.focus.de/regional/…5um2T_ddEDN72KdJ4PgSuh_FA

  • Die Optimierung dürfte in erster Linie in der Vermeidung von Kosten durch Papierkram liegen.

    Und wahrscheinlich kann tatsächlich auch Zeit gespart werden. Ob deshalb mehr Knöllchen ausgestellt werden, liegt ja auch an den Autofahrern selbst.

    Kein Verstoß - kein Knöllchen !