L200 - der Esel unter den Pickups

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    Mitsubishi L200: Der Esel unter den Pick-ups

    Mitsubishi hat den L200 gefälliger und Pkw-ähnlicher gemacht. Aber er bleibt ein robustes Arbeitstier.

    Wien. Reden wir zuerst über die Front. Bei Mitsubishi hat man den Designern bei der mittlerweile sechsten Generation des Pick-up L200 (51 Prozent der Teile sind neu) sehr, sehr freie Hand gelassen. An den Scheinwerfern kann man noch die Vorgänger erahnen, was aber sonst herausgekommen ist, darüber kann man diskutieren.

    Die einen meinen, der L200 sehe so futuristisch aus wie ein Transformer. Eben noch ein Pick-up, im nächsten Moment ein Held (oder Bösewicht, je nach Gefallen). Die anderen meinen, er sehe von vorn aus wie die erste Generation des BMW X6 von hinten. Also nicht sehr schön.

    Man hat optisch auf jeden Fall einen radikalen Schritt gesetzt, um den L200, der in einschlägigen Kreisen ähnlich legendär ist wie der Toyota Hilux, in die 20er-Jahre zu holen. Mehr als 4,7 Millionen Exemplare haben sich seit 1978 von dem Pick-up verkauft, sein Allradsystem kam vom ebenso legendären Pajero, dem einstigen Dauersieger der brutalen Rallye Paris–Dakar, und 2014 adelte ihn das österreichische Bundesheer mit einer Massenbestellung. 300 Stück der vierten Generation wurden als Ersatz für die ausgemusterten Puch G und Pinzgauer angeschafft (und fahren natürlich immer noch und vermutlich auch noch sehr lang).

    Viele Assistenten

    Der L200 war immer in erster Linie ein Arbeitsgerät, während bei der Konkurrenz schon der Lifestyle Einzug in die Pritschenwagen hielt. Jetzt haben die Japaner nachgeholt. Steigt man ein, umgibt einen ein ansprechendes, gefälliges Design, ein sehr Pkw-ähnliches Gefühl. Man hat nicht mit soften Materialien im Innenraum gespart, es gibt ein Infotainment-System mit Sieben-Zoll-Bildschirm (ja, er könnte größer sein), die Integration von Apple CarPlay und Android Auto, es gibt USB-Ports zum Laden des Handys und gegen Aufpreis eine 360-Grad-Kamera. Mit dem Kärcher kann man den Innenraum jedenfalls nicht mehr reinigen.

    Dazu gibt es etliche Assistenten, vom Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung, über einen Totwinkel- und Spurwechselassistent, eine Ausparkhilfe, die vor Querverkehr warnt, bis zum Fernlichtassistenten.

    Kommen wir wieder zum Arbeitstier zurück. Auf der Ladefläche hinten kann man fast eine Tonne an Gewicht transportieren. Das bedeutet, dass man den Pick-up mit seinen Blattfedern entsprechend abstimmen muss. Dass er leer bei Schlaglöchern oder im Gelände dennoch nicht herumhopst, spricht sehr für die Fahrwerkstechniker.

    Nur eine Motorisierung

    Apropos Gelände: Bisher hat ein zuschaltbarer Allrad mit Untersetzung genügt, jetzt bietet Mitsubishi mit dem Super-Select-4WD-II-System ein spezielles Offroad-Programm an. Der Fahrer wählt dabei zwischen vier Modi (Schotter, Schlamm/Schnee, Sand, Fels), entsprechend werden Motor-, Antriebs- und Bremsleistung adaptiert. Natürlich gibt es weiter eine Untersetzung und natürlich eine Hinterachs-Differenzialsperre.

    Gegeizt hat Mitsubishi beim Motor. Den L200 gibt es in Österreich lediglich als 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel mit 150 PS, wählen kann man nur beim Getriebe (Sechsgang-Handschaltung oder -Automatik). Rennen gewinnt man damit nicht, für ein Arbeitstier, mit dem man ohnehin nur selten auf Autobahnen, dafür mehr mit Untersetzung unterwegs ist, reicht die Motorisierung aus. Außerdem erfüllt der L200 so bereits die Abgasnorm Euro 6d-Temp-EVAP. Beansprucht hat der Vierzylinder in unserem Test 9,8 Liter auf 100 Kilometer.

    Auch wenn Mitsubishi den L200 außen und innen erneuert, modernisiert und gefälliger gemacht hat – er bleibt der Esel unter den Pick-ups. Und das ist durchwegs positiv gemeint.


    Mitsubishi L200 2,2 DI-D Doppelkabine

    Maße: L/B/H 5225/1815/1780 mm. Radstand 3000 mm. Bodenfreiheit (unbeladen): 205 mm. Leergewicht: 2030 kg.

    Laderaum: L/B/H 1520/1470/475 mm. Höchstzulässiges Gesamtgewicht: 3110 kg. Max. Anhängelast (gebremst/ungebremst): 3100/750 kg.

    Motor: Common-Rail-Diesel-Direkteinspritzung, Hubraum 2265 ccm; Leistung: 110 kW (150 PS). Maximales Drehmoment: 400 Nm bei 2000/min. Vmax: 174 km/h. Abgasnorm: Euro 6d-TEMP-EVAP.

    Testverbrauch: 9,8 Liter/100 km.

    Preis: ab 27.490 Euro.



    https://www.diepresse.com/5783…r-esel-unter-den-pick-ups