Dekra-Elektrocrashtest: Flammenloses Inferno

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  • Dekra-Elektrocrashtest:
    Flammenloses Inferno

    Brandsicherheit von E-Autos unter Extrembedingungen getestet

    Ganz unspektakulär hallt ein Warnsignal über die betonierte Freifläche. Ab jetzt hat der graue Nissan Leaf nur noch wenige Sekunden Lebenszeit vor sich. Mit einem zischenden Geräusch rast er ungebremst seinem Ende entgegen – und zerschellt frontal mit einem dumpfen Knall an einer erikaviolett lackierten Metallsäule. Wegbrechende Bauteile wirbeln in Fahrtrichtung durch die Luft und zeugen von der verheerenden Wucht des Aufpralls. Viele Meter entfernt trudelt der abgerissene Außenspiegel aus und starrt schließlich auf dem Boden liegend wie ein blindes Auge in den regengrauen Himmel über dem „Crash Test Center“ von Dekra im schleswig-holsteinischen Neumünster.

    Der Anschlagpuffer des linken Federbeins kullert in die Nähe des Spiegels. Der Stoßdämpfer hat sich samt Rad ebenfalls davongemacht. Die unverrückt dastehende Metallsäule hat die Windschutzscheibe und den gesamten Motorraum des Stromers zerstört. Das geborstene Armaturenbrett quetscht die Beine des Dummys unter sich ein.


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    „Elektroautos sind gefährlich. Die Akkus gehen bei einem Crash sofort in Flammen auf und überhaupt ist die Hochvoltanlage gefährlich für die Rettungskräfte.“ Solche oder ähnliche Sätze hört man immer noch oft, wenn man sich mit Freunden und Bekannten über das Für und Wider der Elektromobilität unterhält.

    Was tatsächlich passiert, wenn ein Stromer in einen schweren Unfall verwickelt wird, wollten Unfallforscher von Dekra herausfinden. Das Ergebnis: Der Hochvoltantrieb schaltete sich wie vorgesehen ab. Und kein noch so kleines Flämmchen entstieg dem Wrack des gecrashten Nissan Leaf. Vorhergehende Tests verliefen übrigens ähnlich. Und für anschließende Löschübungen am Akku mussten sich die anwesenden Spezialisten der Feuerwehr anders behelfen.


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  • Anders, aber machbar:
    Feuerwehren bereiten sich auf E-Auto-Brände vor

    Was tun wenn's brennt? Mehr Autos auf den Straßen heizen immer mal wieder die Debatte um die Gefahren von brennenden Autobatterien an. Was sagt der Feuerwehrverband dazu?

    Die Feuerwehr bereitet sich auf Gefahren durch Brände von E-Auto-Batterien vor - rät aber zu Gelassenheit. "Wir haben es hier mit einer neuen Herausforderung zu tun, auf die die Einsatzkräfte vorbereitet werden müssen", sagte der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Knorr. "E-Autos brennen aber weder heftiger noch häufiger als Benziner oder Diesel, nur anders."

    Eine Empfehlung des Verbandes in Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Fachleuten kommt entsprechend zu dem Schluss, die herkömmlichen und bekannten Vorgehensweisen seien zur Brandbekämpfung von Lithium-Ionen-Akkus "grundsätzlich geeignet". Bei guten Fertigungsstandards und sachgerechter Handhabung seien die Akkus zudem als ausreichend sicher einzustufen.

    Auch der ADAC hält das Risiko eines Brandes auch bei E-Autos für vergleichsweise gering. Die Fahrzeuge seien - wie auch Crashtests zeigen - bei einem Unfall genauso sicher wie herkömmliche Modelle. So schalte sich das Hochvoltsystem automatisch ab, wenn der Airbag ausgelöst wird.

    Mehr brennbare Stoffe

    Knorr findet es jedoch wichtig, dass Feuerwehren sich bereits vor dem dennoch möglichen Einsatzfall mit der neuen Technologie befassen, um Unsicherheiten vorzubeugen. "Wenn ein E-Auto-Akku brennt, dann ist durchaus mit enormer Brandleistung zu rechnen - die ist bei einem Akku aber nicht geringer als bei einem aufgerissenen Tank", sagte Knorr.

    Er erklärt es so: "Die Energie, die freigesetzt wird, ist ja unabhängig von der Technologie darauf ausgelegt, das Auto über eine längere Strecke in Bewegung zu setzen." Ausschlaggebend dafür, dass Autos, wenn sie in Brand geraten, heutzutage größere Hitze und Flammen entwickelten als noch vor Jahrzehnten, sei die deutliche Zunahme verbauter brennbarer Stoffe in den Karossen: mehr Dämmung, breitere Reifen. Andere Polster nähren heute viel größere Feuer als früher.

    Anders als bei einem brennendem Treibstoff, dem die Einsatzkräfte meist durch Löschschaum den notwendigen Sauerstoff entziehen, ist Wasser das Löschmittel der Wahl bei Akkus. "Es reicht nicht, die sichtbaren Flammen zu ersticken", sagte Knorr.

    Nur kühlen hilft

    Die eigentliche Energie werde im Innern des Akkus freigesetzt, wo sich der Brand wie bei einem Dominoeffekt von Teilzelle zu Teilzelle fortsetze, "thermal runaway" nennt das der Experte. "Da hilft nur kühlen, kühlen, kühlen. Sie müssen dem Akku mehr Energie entziehen als er freisetzt, sonst kann er sich wieder entzünden." Damit das gelinge, sei in der Regel mehr Wasser nötig als gewöhnlich. "Wenn der Brand in einem Gebiet ohne Hydranten ist, etwa auf der Autobahn, könnte man gleich ein zweites Tanklöschfahrzeug mitschicken", empfahl Knorr. Auch reicht laut Fachempfehlung des Feuerwehrverbandes die reguläre Schutzausrüstung.

    Der Gefahr, dass beim Einsatz von Wasser in elektrischen Anlagen Spannung auf die Einsatzkräfte überspringt, begegnet die Feuerwehr übrigens seit eh und je mit ihrem speziellen Wasserstrahl: "Der besteht aus einzelnen Tröpfchen, so dass der Strom bei Wahrung von gewissen Sicherheitsabständen nicht zurückfließen kann", erklärt Knorr. Selbst bei einer Hochspannungsleitung können die Feuerwehrleute so aus zehn Metern Entfernung mit Wasser löschen.

    Wasserbad zur Sicherheit

    Ein weiteres Problem der brennenden Akkus liegt darin, dass sich auch gelöschte Speicher bis zu 24 Stunden lang wieder entzünden können. "Man kann nicht in die Akkus hineinblicken", sagte Knorr. Es könne daher sinnvoll sein, die Batterie in ein Wasserbad zu legen, um auf Nummer sicher zu gehen. So geschehen zu Beispiel kürzlich im Kreis Düren: Mit einem Kran hatte die Feuerwehr das gesamte E-Auto mit einem Kran in einen mit Wasser gefüllten Container gesetzt.

    Wie bei einigen anderen Feuerwehren im Land wolle man solche Container künftig standardmäßig vorhalten, sagte ein Sprecher der dortigen Kreisfeuerwehr. Erst im Juni hatte die Dortmunder Polizei ein gelöschtes Elektroauto sicherheitshalber in ein improvisiertes Wasserbad gesetzt.

    Der Feuerwehrverband hält solche Einsatztechniken aber zunächst nicht für zwingend: Die fachgerechte Lagerung liege in der Regel in der Verantwortung der Entsorger, die das Auto bergen und abschleppen, sagte Knorr.


    (dpa/swi) - https://www.automobilwoche.de/…T8cC8DrmzhDpTM041VArAj_o4

  • Ach, das ist also völlig unproblematisch. Was haben die hier nur für einen Aufriss gemacht, wegen eines läppischen E-Bike-Akkus:


    Interessant ist der Link zur Meldung der Feuerwehr.


    Wenn da mal so ein Auto-Akku in der Tiefgarage hochgeht, möchte ich sehen, was dann passiert. Da kommt die Feuerwehr mit ihrem Löschzug nicht dicht ran, also Schläuche verlegen, Brand löschen und dann einfach die ganze Tiefgarage fluten, damit der Akku abkühlen kann?


    Dafür, dass es bisher erst so wenig E-Autos gibt, finde ich, ist schon ganz schön viel passiert. Liegt in der Wahrnehmung allerdings vielleicht daran, das darüber bevorzugt und bundesweit berichtet wird.

    Es soll in Deutschland rund 20.000 Fahrzeugbrände pro Jahr geben, also müsste man bei gleicher Berichterstattung täglich von rund 50 Fahrzeugen ausgehen. Die meisten Fahrzeugbrände sind übrigens auf Fehler in der Elektrik zurückzuführen.

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    Man lebt nur kurz und einmal.

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