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Brixton

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Sonntag, 18. Februar 2018, 21:48

Probefahrten Hyundai i30N Performanc, KIA Stinger GT & Honda Civic TypeR

In den letzten 2-3 Wochen hatte ich mal wieder Gelegenheit ein paar Autos probe zu fahren. Der CUPRA zählt dabei als Referenz, wobei ich ja auch schon andere wie A45 AMG, Focus RS usw. vor nicht allzulanger Zeit unterm Hintern hatte.

KIA Stinger

Bin am Mittwoch mal einen Stinger gefahren. Leider war die Autobahn
recht voll, sodass ich ihn nicht komplett mal ausfahren konnte.



Das Auto ist echt nicht schlecht. Innenraum ist super gelungen, auch wenn man sich etwas eingebaut fühlt. Wem das gefällt ist gut, wer gerne viel (gefühlten) Platz hat findets vielleicht nicht so gut.



Die Sitze sind absolute Klasse. Bieten mehr Seitenhalt als man im ersten
Moment denkt. Habe es in der Autobahnabfahrt mal getestet. Kein Rutschen, immer Halt und dabei sau bequem und elektrisch in allen möglichen und unmöglichen Richtungen einstellbar.



Fahrwerk ist schön straff, aber nicht zu hart. Das gilt für alle Fahrmodi. Im Comfort federt er deutlich mehr als bei Sport+, aber es wird nie knüppelhart. Könnte mir mit dem Auto
gut vorstellen ein paar hundert Kilometer am Stück abzureisen und das in jedem Fahrmodus. Gerade
auch auf Grund der tollen Sitze, die übrigens in 3 Stufen heizen oder belüften können...serienmäßig.

Besonders lustig ist übrigens, dass Lenkrad und Sitze beim Ein- und Aussteigen auseinanderfahren. Ich schlanker Mensch brauchs nicht, aber es macht das Einsteigen schon recht angenehm. Sobald man die Zündung anschaltet, fährt alles wieder zusammen und man ist ins Auto "eingebaut".



Ansonsten ist alles schön übersichtlich gestaltet. Knöpfe sind nachvollziehbar, Bezeichnungen logisch und man muss nicht alles über den Touch machen. Die wichtigsten Funktionen haben alle einen brauchbaren Knopf. Sehr angenehm.
Die Übersicht hört
erst beim Blick nach außen auf: Die Heckscheibe ist so schräg, dass sie
von Innen winzig wirkt (eher wie ein Panzerschlitz) und kaum Sicht nach hinten bietet und auch die Frontscheibe wirkt extrem klein. Ich bin ca. 1,88 m und schaue aus dem obersten
Viertel raus, obwohl ich recht tief drin sitze und eine gute Hand breit
Platz nach oben hatte. Mit Blendstreifen wäre es Blindflug.



Hinten ist über 1,85 m praktisch kein Sitzen möglich. Die Dachlinie
fällt zu steil ab und auch 10 cm mehr Fußraum würden nicht schaden. Ist
der Fahrer groß, wird es hinten eng. Dafür ist der Kofferraum echt
riesig. 2 Koffer und ein paar Taschen schluckt der locker.



Der Motor zieht sauber und mit einem schönen V6-Sound durch. Wirkt dabei recht unaufgeregt, was sehr angenehm ist. Ein V6 zieht eben die Kraft auch aus dem Hubraum (bei 3.3 l) und das ist einfach was anderes als 2 l Druckbetankung. Seit 2018
gibts optional auch eine Klappenanlage. Dabei nervt der Ton aber nicht,
weil er schön hintergründig ist und nicht künstlich generiert wird. Auch
bei über 200 ist im Auto echte Ruhe. Sehr angenehm. Den Blick auf den Tacho kann man sich übrigens auf Grund des sehr tollen Head-Up Displays, welcher ohne extra Scheibe auskommt, sparen. Alles im Blick und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut zu erkennen.

Ansonsten natürlich hundertausende Helferlein, die man brauchen kann oder auch nicht. So gut wie alles ist beim GT eh Serie an Board. Cool war auf jeden Fall die Vogelkamera. Insgesamt hat das Auto 3 Cams an Board. Eine hinten und 2 in den Spiegeln. Daraus und mit Hilfe der Sensoren wird ein Bild der Umgebung erzeugt und im Display sieht man das Auto auf der Draufsicht im GTA II Style. Beim Einparken doch ziemlich praktisch, wenn man die schlechte Sicht aus den Scheiben bedenkt.



Bin rundum sehr angetan von dem Auto und so sehr ich auch suche, finde ich kaum Sachen die mich wirklich stören. Ok, die Mittelkonsole in Silber wirkt irgendwie komisch und nicht ganz durchdacht und der Normverbrauch liegt doch deutlich über denen von einem Hatchback mit ähnlicher Leistung...aber das hier ist eben schon gehobene Klasse. Ich finde als nichts? Nunja....ich wäre nicht ich, wenn ich nicht das Haar in der Stinger-Suppe finde.

Der Gute hat
echt Speck auf den Hüften und das spührbar und heftig. Fast 2 t Leergewicht darf man nicht
unterschätzen. (Ja, 1950 kg mit Fahrer und 1/2 Tank Leergewicht). Sowohl beim Bremsen, wo gut was schiebt (gute Brembos hin
oder her) und auch in den schnellen Kurven der Autobahn muss man sich
erst an die Masse gewöhnen (der CUPRA wiegt knapp 500 kg weniger). Ich
ringe daher stark mit mir, sofern ich den CUPRA los werde, ob es ein
Stinger werden soll. Ich will wie auf Schienen fahren und das kann man
von einem Grand Tourer nicht zwangsläufig erwarten.

Die Leasingangebote sind dabei sehr teuer (KIA gibt fast keine Rabatte auf den Stinger, anders als Audi & Co auf ihre GT-Fahrzeuge) und es
kommt eigentlich nur 36, 48 oder 60 Monate Finanzierung in Frage....so lange fahre ich meine Autos normal nicht.

Ich bin mir aber trotzdem, vor allem im Bezug auf die Fahreigenschaften unsicher. Wie auf Schienen fährt er, besonders in Kurven nunmal nicht. Soll er auch von Haus aus gar nicht, da er ein GT und kein Rennwagen ist. Bin mir aber unsicher, ob mich das nicht bald nerven würde.

Aber gut, das gilt nur für mich. Wer sich ein ziemlich riesiges 5-Türer Coupé mit Leistung satt (geht ungefähr wie der CUPRA, die Mehr PS werden
vom Gewicht gefressen, oberhalb der 150 etwas besser als der CUPRA [0-100 in 4,7 s und 0-200 in knapp 18s]) haben will, der sollte beim KIA vorbei schauen. Da KIA was richtig feines auf die Beine gestellt.

Leider hatte ich an dem Tag irgendwie verpeilt Fotos zu machen. Daher Fotos des Inserates wo ich probe gefahren bin.
»Brixton« hat folgende Dateien angehängt:
  • 1.jpg (67,17 kB - 54 mal heruntergeladen - zuletzt: 2. Mai 2018, 18:16)
  • 2.jpg (63,32 kB - 51 mal heruntergeladen - zuletzt: 2. Mai 2018, 18:17)
  • 3.jpg (65,42 kB - 51 mal heruntergeladen - zuletzt: 2. Mai 2018, 18:17)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Brixton« (19. Februar 2018, 09:31)

Für den Inhalt, Bildrechte und Anhänge des Beitrages um (Sonntag, 18. Februar 2018, 21:48 Uhr) liegt die Verantwortung gemäß §7 Abs. 2 TMG , allein beim Verfasser Brixton.


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Sonntag, 18. Februar 2018, 21:55

Probefahrt Honda Civic TypeR
Gerade von der TypeR Probefahrt zurück. Selbst ohne die Fahrt wäre der Besuch nicht umsonst gewesen.
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Zum TypeR selbst: Geniales Auto. Da hat Honda war großartiges hingestellt. Emotionen Pur ihn zu fahren. Selbst beim Focus RS habe ich
nicht so gegrinst und dabei hat mir der Honda noch die Rückenschmerzen erspart.



Der Innenraum ist ordentlich gestaltet mit netten Carbon Applikationen. Die roten Sitze finde ich persönlich von der Farbe etwas hässlich, aber
sie passen in ihrer Art in dieses Auto "aus der Kornflakespackung". Ich finde sie weder bequem noch unbequem. Sie sind recht eng und bieten sehr
guten Seitenhalt. Dabei aber auch etwas hart und die Lehne könnte 5 cm Höher sein. Mit 1,88 m ging es gerade so. Alles über 1,90 m hat
wahrscheinlich die Oberkante der Sitze im Nacken, was beim Crash nicht so toll ist. Für normales Fahren absolut ok, Langstrecke wahrscheinlich
etwas unbequem, zumindest für mich. Ansonsten sollte man trotzdem keine Verarbeitung auf Bentley Niveau erwarten. 4500 km hatte der Vorführer
und es hat hier und da was geklappert, die Rückenlehne vom Beifahrersitz hat deutlich vibriert und auch sonst ist es nicht auf Mega-Hochwertig
gemacht. Eher schlicht und einfach. Ich finde das nicht schlimm, aber es soll ja Leute geben die das stört.



Beim Fahren macht das Auto einfach Spaß. Die Gänge gehen knacking und sauber rein, die Kupplung fühlt man richtig und das ganze Auto fühlt sich sofort vertraut an. Die Lenkung ist Hammerdirekt, das glaubt man kaum. Jedes kleine Zucken am Lenkrad wird übertragen, jede Bodenwelle wird zurück gemeldet. Genauso stelle ich es mir vor, wenn ich in einem Auto die Straße spüren will.
Erinnerte mich stark an Evo und GT86. Auch beißt er in jede Kurve, was einfach Laune macht.

Allerdings dürfte der TypeR das gleiche Problem wie alle FWD mit viel Leistung haben. Funktioniert nur unter guten Bedienungen perfekt.
Ansonsten wirkt die Physik und man wünscht sich einfach einen AWD.

Die Fahrwerksstufen sind dabei sehr schön abgestimmt. Comfort - Sport -TypeR. Im Comfort ist alles schön straff, aber es hoppelt nichts. Sport
ist ein guter Kompromiss und im TypeR Modus liegt die Kiste wie ein Brett auf der Straße.

Bin dann auch eine Runde auf die Autobahn, die schön frei war. (A72) Er zieht ordentlich und vor allem wie ein klassischer Turbo. So richtig
drückt es erst ab 4000 Touren und dann aber hoch bis 7000. Dabei gibts kein Dröhnen im Innenraum und kein peinliches Furzen. Nur im Begrenzer
verschluckt er sich ein wenig. Zwischengasfunktion beim Runterschalten funktioniert 1a und macht richtig Laune. Allerdings hat der TypeR gut
Windgeräusche. Aber irgendwo muss der Preis ja auch herkommen. Insgesamt fühlte ich mich auf der Autobahn, trotz leichter Frontlastigkeit durch
FWD, extrem sicher und x-mal wohler als bei meinem CUPRA. Die Straßenlage war wie auf schienen. Genial.

Auch der Effekt, wenn man damit irgendwo steht ist sehr nett. Die Leute schauen. Er geht nicht in der grauen Masse unter, sondern fällt auf und
macht richtig auf dicke Hose. Da mich am CUPRA u.a. stört, dass er einfach zu grau ist, ist das hier das andere Extrem. War aber witzig das
mal wieder zu haben.

Allerdings gibt es auch ein paar Mankos, die das Auto eigentlich nur zum Spaßauto machen. Zum einen der schon angesprochene Tank. Bin knapp 75
km gefahren und habe ihn von 3/4 auf deutlich unter die Hälfte gebracht. Bei straffer Fahrweise gehen locker 22 l durch (auch ohne Dauervollgas)
und da ist der Tank in 200 km praktisch leer. Auch der Kommentar des etwas überheblich wirkenden Verkäufers "halt Sportmaschine" macht es
nicht besser. Ein 55 l Tank hätte sicher das Auto nicht grundlegend schlechter gemacht, wohl aber alltagstauglicher.


Die fehlende Zuladung, die einige hier bemängeln finde ich gar nicht das Problem. Die 4 Sitzplätze mit Personen 80 - 100 kg aufzufüllen wird eh
nichts. Hinten war schon für mich mit 1,88 m kein Sitzen möglich. Also wirklich unmöglich. Hinterm Fahrersitz (auf meiner Einstellung) stoßen
meine Knie an und den Kopf kann ich schräg halten, nachdem ich mich durch die kleine Tür gequetscht habe. Jemand mit >1,85 und ~80 kg
wird da hinten eh kaum mitfahren wollen...geschweige dem zwei.

Positiv dabei ist aber der Kofferraum, der für einen Kompaktwagen echt angenehm groß ist. Koffer und Taschen sind kein Problem. Also 2 Leute
mit gut Gepäck in den Urlaub sehe ich unproblematisch. Auch mit einem Kind sollte es noch gehen.

Was aber gar nicht geht sind ein paar Komfortmerkmale im Innenraum. Die Sitzheizung wurde glatt vergessen. Nichtmal gegen Aufpreis. Was soll ich
mit Spurhalteassi und all dem Kram, wenn mein Hintern zu Eis wird im Winter? (Ja, was das angeht bin ich das totale Weichei :TT ). Auch das Infotainment ist unter aller Sau. Fummeliger Touchdisplay, der noch dazu nicht nur klein ist sondern auf der linken Seite eine
Bedienleiste hat (der reale Display ist also nochmal kleiner). Die Menüführung fand ich extrem verwirrend und auch die Tasten am Lenkrad
sind etwas unstrukturiert angebracht. Insgesamt war die Bedienung der Displays (Tacho und Mittelkonsole) recht fummelig und wenig intuitiv.



Also insgesamt bin ich emotional von dem Auto total angetan. Das Auto macht einfach nur richtig Spaß, obwohl man weiß dass die DSG Konkurrenz
auf der Autobahn davon fährt. Wenn man dann aber wieder das Hirn einschaltet und für den Alltag denkt...weiß nicht ob das so gut ist und
auf Dauer sinnvoll. Aber eine abschließendes "Nein" oder "Ja" habe ich nicht gefällt. Wobei vor allem der FWD und der Minitank gegen das Auto sprechen. Honda: Das Auto genau so mit Allrad und einem 55-60 l Tank und ich bestelle wahrscheinlich ungesehen einen vor. :LL

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Sonntag, 18. Februar 2018, 22:05

Hyundai i30N Performance

An der Stelle mal kurz ein paar Worte zum Kundenservice. Habe KIA Stinger, Hyundai i30 und Honda Civic TypeR alle via Herstellerseite
angefragt. KIA hat binnen 24 h zurück gerufen, einen Händler gefunden und die haben mich noch am selben Tag angerufen und mir den Termin zur
Probefahrt gegeben.

Bei Hyundai hat es etwas länger gedauert. Da hat mich die Zentrale nach 2 Tagen angerufen, dass sie einen suchen und weitere 2 Tage später hat
sich der Händler gemeldet.

Auf Antwort von Honda warte ich heute noch. Habe die Probefahrt am Ende via mobile Suche und Anruf selbst vereinbart.

Zum i30N Performance. Ganz generell zu sagen: Ist kein schlechtes Auto. Aber im Vergleich zu TypeR und einigen anderen, die ich probe gefahren
bin, stinkt er in fast allen Belangen ab.

Wie üblich aber erstmal zum Positiven. Er sieht echt gut aus, der Innenraum ist aufgeräumt und sauber verarbeitet. Jeder Knopf hat seinen
Platz und es kommen keine Fragezeichen bei der Bedienung auf. Das Lenkrad ist wunderbar griffig und man erreicht alle Tasten darauf
mühelos. Abzüge gebe ich bei den Sitzen. Zum einen ist die Sitzpostion einen Tick zu hoch, wie ich finde und für mich waren die Sitze unbequem
mit weniger Seitenhalt als man beim anschauen vermuten würde. Ja, ich bin beim Sitzen sehr empfindlich und registriere jedes kleine Problem in einem Sitz sofort. Sicher bin ich da auch etwas überempfindlich, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass ich meist das richtige Gefühl hatte. Die Sitze hier sind einfach nicht gut. Von langstreckenkomfort wissen die auf jeden Fall nichts und auch für weniger lange Fahrten sind sie nicht der Hit. Von der Form her würde ich auch vermuten, dass es sich nur um etwas aufgepolsterte Standardsitze handelt.

Etwas seltsam allerdings sind die zwei großen blauen Knöpfe am Lenkrad. Links wählt man die Fahrmodi "Sport", "Comfort" und "Eco" der rechte
Knopf ist für den "N-Modus". Die wirken in Form und Farbe völlig deplatziert und irgendwie...kindisch. Wie nachträglich angeschraubt, nachdem das restliche Innendesign fertig war.

Ein Trauerspiel ist auch die Rückbank (bei wievielen meiner Probefahrten habe ich das bisher geschrieben? 60 %? 70 %?) die nur sehr begrenzten
Platz bietet. Wieder 1,88 m sind die Referenz hinter einem ebensogroßen Fahrer. Beine Stoßen vorne an, Kopf ebenfalls. Ich könnte also nichtmal
ein Stück runter rutschen. Es ist nicht so extrem wie beim Civic oder dem A45, aber gemütlich mit 3 Leuten irgendwo hin fahren, wenn zwei
etwas größer sind ist nicht. Frage mich langsam, ob die Hersteller beim Design von Hatchbacks einfach keinen Bock mehr auf Rückbänke haben. :clear


Der Kofferraum hingegen ist in Ordnung. Weder riesig noch winzig. Vergleichbar mit dem MPS, wobei die Ladekante nicht ganz ohne ist im
Vergleich zu Leon oder Mazda 3 BL.

Das Infotainment ist in Ordnung. Nichts großartiges und der Display in der Mitte dürfte etwas hübscher und leicht zum Fahrer geneigt sein, aber
er verrichtet solide und schnell seine Arbeit. Der Display reagiert gut und die Knöpfe am Rand machen die Bedienung übersichtlich und einfach.
Hier darf Honda sich gern was abschauen.

Nicht schlecht fand ich den Motor. Klar sind es "nur" 275 PS als Handschalter die natürlich weniger vorwärts ziehen als der 45 PS
stärkere TypeR oder gar ein DSG Leon mit 300 Pferden, aber er macht keine schlechte Figur. Besonders im N-Modus spricht das Gas sehr direkt an und die Motorcharakterristik ist eine andere als in "Normal", "Sport" oder "Eco". Zumindest subjektiv fühlte es sich besser an. Vermutlich hat der
i30N tatsächlich variable Werte in einigen Mappings, die das Ansprechverhalten steuern. Auch auf der Autobahn zog der Motor den immerhin 1,6 Tonnen Hatchback gut nach vorne, erst ab über 210 wird es etwas zäher. Was die ganze Freude etwas trübt sind aber Lenkung und Fahrwerk.

Also wer den i30N besser findet als den Civic TypeR, der muss dringend seine hinteren Sensoren mal kalibrieren. Ja, der Vorführer hatte Winterräder und Ja den Civic bin ich mit Sommerrädern bei 5°C mehr gefahren. Aber selbst bereinigt von diesen beiden Faktoren, ist der i30N
dem TypeR und auch anderen FWD unterlegen. Beide bin ich übrigens die gleiche Strecke gefahren.

Die Lenkung des i30N ist vergleichbar mit der des Leon. Nicht wirklich präzise beim Einlenkverhalten und in den verschiedenen Fahrmodi
künstlich gestrafft, was man deutlich merkt. Ich hatte nie das Gefühl die Straße zu merken, sondern immer eine Art Passivität in der Lenkung.
Das nimmt für mich viele Emotionen, die einige andere scheinbar mit dem i30N erlebt haben. Sicher ist es keine schlechte Lenkung, aber es fehlt
einfach die Direktheit die ich in Autos wie dem Evo IX & X, GT86 oder auch TypeR so liebe.

Dabei ist der N-Modus nicht das Wahre. Vielleicht für eine Rennstrecke mit perfektem Asphalt, aber auf einer normalen Straße neigt der Modus zum hoppeln und schieben. Hier liegen Welten zwischen Hyundai und Honda. Tatsache war, dass ich im "Sport" Modus nicht schlechter um die Kurve
kam, aber weniger zappelig. Aus reinem Gefühl würde ich sagen, dass Druck- und Zugstufe schlecht aufeinander abgestimmt sind. Aber das ist
nur so ein Gedanke von mir aus einer kurzen Testfahrt.

Auf der Autobahn der selbe Eindruck. Der N-Modus ist sehr hart und definitiv nichts für die Autobahn. Auf der A72 neigte der i30N bei
einigen Stellen zu spontanen, ruckartigen "Spurkorrekturen". :() Im Normal und im Sportmodus kann ich mich aber nicht beschweren. Im
Gegensatz zu Ford hat Hyundai einen echten Unterschied zwischen den Modi geschaffen, sodass man im Sportmodus recht ordentlich und angenehm über die Bahn rollen kann. Trotzdem: Honda hat das besser gelöst.

Was gut gelungen ist, ist allerdings der Auspuff. Der Sound ist für einen 2 l wirklich super. Das geknalle ist, wie bei allen anderen, eine
Zeit witzig dann nervt es. Man kann es aber im Custommode entsprechend ausstellen bzw. einfach die Klappe dicht lassen. Das gibt echte
Pluspunkte. 15 min Kind sein = Klappe auf, geknalle an. Danach wieder schnell und ruhiger. Wobei es nie ganz ruhig im Auto ist. Wie auch beim Honda hat man recht deutliche Windgeräusche und der Auspuff ist bei hohem Tempo sehr präsent. Hier können beide Fahrzeuge mit Seat Leon, Golf R und erst recht nicht mit Mercedes mithalten. Das kann auf Dauer auch nerven. Wobei ich nicht schlussendlich sagen kann, ob bei Vollgas die Klappe immer aufmacht. Ich würde sagen: Nein, weil es nicht so laut war. Ich konnte aber auf Grund des Verkehrs nur zweimal sehr kurz über 200 kommen.

Für mich war der TypeR das deutlich emotionalere Auto, wenngleich der i30N defintiv mehr Emotionen bietet als ein 08/15 Golf. Einen Großteil
dieser Emotionen schöpft das Auto aus einem Auspuff und der netten Motorcharakteristik. Ich persönlich finde so einen Auspuff blöd und kann
auf das Geröhre und Geknalle verzichten. Der TypeR und auch ein Evo X oder ein WRX STi machen nichts davon und ist immernoch emotionaler und besser als der I30N.

Wer eine moderene Alternative zu Fahrzeugen wie dem Mazda 3 MPS oder eine emotionalere Alternative zu Golf GTI und Seat Leon Cupra sucht, die vielleicht auch noch ein paar € günstiger ist, kann zum i30N gehen. Es istkein schlechtes Auto...aber irgendwie auch kein tolles. Kurz vor mir
hatte das Autohaus einen ausgeliefert an einen unzufriedenen Ex-GTI (VII) Fahrer. Für mich ist er komplett nichts. Vielleicht ein Nachfolgemodell wo man ein paar Anfängerfehler, die man jetzt hat ausmerzen konnte. Hab mir nichtmal ein Angebot machen lassen. Nichtmal als Low-Budget Variante. Da fluche ich lieber 18 weitere Monate über meinen CUPRA und lasse das Fahrwerk von Wolfgang Weber einstellen. Da hab ich unterm Strich mehr Spaß dran.

Und wenn mir einer die Pistole auf die Brust setzt und sagt: Kauf dir jetzt einen FWD mit Leistung...dann würde ich direkt zum Hondahändler gehen...trotz Tank und fehlender Sitzheizung (die der i30 übrigens hat)...es ist der bessere Frontkratzer. Das geb ich jedem schriftlich. :nick
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Brixton« (19. Februar 2018, 09:33)

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