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701

Hutträger

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Sonntag, 10. Dezember 2017, 21:41

Was haltet ihr eigentlich von Trump ?
Bisher habe ich das in den deutschen Medien stattfindende Trump-Bashing ja kritisch gesehen. Aber nach der Sache mit Jesrusalem jetzt, kann ich bei dem Typen auch nur noch mit dem Kopf schütteln. Das einzige Konzept seiner Regierung scheint zu sein, dass er konzeptlos wirkt. Ein Schnellschuss nach dem anderen und dann kaum ein Fettnäpfchen, was er nicht sofort betritt.
Nasenhaare ausreißen ist der tägliche SM des kleinen Mannes

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DerBelz

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Sonntag, 10. Dezember 2017, 22:30

Was soll man davon halten? Die Ammis haben einen Internettroll zum Präsidenten gewählt. :omg

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Sonntag, 10. Dezember 2017, 22:58

..... Der nun offenbar erwägt das Internet teilweise abzuriegeln.
Jedenfalls kursieren hierzu verschiedene Meldungen im Web.

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wölfchen

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Montag, 11. Dezember 2017, 08:05

Was haltet ihr eigentlich von Trump ?
....


Das gehört dann aber nicht in diesen Thread, da völlig am Thema vorbei. :prof
Wir sind die Typen vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben.

Die deutsche Sprache ist Freeware, du kannst sie benutzen ohne dafür zu bezahlen.
Sie ist aber nicht Open Source, also darfst du sie nicht verändern wie es dir gerade passt.

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Montag, 11. Dezember 2017, 08:44

Es geht doch in diesem Thema auch darum, dass die Amis unsere Freunde sein sollen ?! Also passt das schon. ;)
Du sollst nicht stehlen....,
Du sollst nicht lügen.....,
Du sollst nicht betrügen...,
Du sollst nicht töten....,
Du sollst nicht mit Drogen handeln...,
..... die Regierung deines Landes hasst Konkurrenz !


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Montag, 11. Dezember 2017, 16:44

Na gut... zu DDR Zeiten waren die Palästinenser unsere Freunde :pp
Wir sind die Typen vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben.

Die deutsche Sprache ist Freeware, du kannst sie benutzen ohne dafür zu bezahlen.
Sie ist aber nicht Open Source, also darfst du sie nicht verändern wie es dir gerade passt.

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Freitag, 15. Dezember 2017, 07:46

Sanktionen gegen Russland treffen vor allem Deutschland

Der EU-Gipfel hat grünes Licht für eine Verlängerung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise gegeben. Die Staats- und Regierungschefs hätten die Frage „geeint“ entschieden, teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Donnerstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Diplomaten zufolge sollen die Strafmaßnahmen weitere sechs Monate bis Ende Juli kommenden Jahres in Kraft bleiben. Moskau hatte zuvor die Hoffnung geäußert, dass die EU und Russland über einen Abbau der Sanktionen ins Gespräch kommen könnten. Das Institut für die Weltwirtschaft Kiel hat zu diesem Thema eine interessante Studie veröffentlicht, die zeigt: Deutsche Unternehmen sind von den Sanktionen wesentlich stärker betroffen als die anderen westlichen Großmächte USA, Großbritannien und Frankreich. Die Studie zeigt, dass es bei den negativen Folgen vor allem um die eingeschränkten Möglichkeiten der Finanzierung von Exporten geht. Außerdem stellt die Studie fest, dass die Einbrüche bei den Exporten nicht auf anderen Märkten wettgemacht werden konnten. Russland trägt der Studie zufolge 40 Prozent der Lasten, die sanktionierenden Staaten 60 Prozent. Von diesen 60 Prozent entfallen 92 Prozent auf die EU-Staaten.

Handels- und Finanzsanktionen sind ein häufig verwendetes Instrument der Außenpolitik. Sie sollen der Wirtschaft des Ziellandes durch Barrieren im Waren-, Kapital- und Personenverkehr schaden, um damit politischen Druck auszuüben. In ihrer modernen Form („Smart Sanctions“) versprechen sie eine maßgeschneiderte Maßnahme mit der Möglichkeit der Feinabstimmung und einer schnellen Rückkehr zum normalen Zustand. Während die Erfolgsbilanz von Sanktionen hinsichtlich der politischen Ziele unklar ist (Drezner 2011), haben sie jedoch für private Akteure in den sanktionierenden Ländern einen Preis, der oft übersehen wird (z.B. Hufbauer et al. 2009). Durch die Beschränkung grenzüberschreitender Transaktionen schaden sie inländischen Unternehmen, die im Zielland tätig sind, was derzeit in Bezug auf das Sanktionsregime gegenüber der Russischen Föderation von besonderem Interesse ist. In einer aktuellen Studie von Crozet und Hinz (2016) untersuchen wir die Auswirkungen auf die Exporte der Russischen Föderation und aller großen Volkswirtschaften, unabhängig davon, ob sie sich an den Sanktionen beteiligen oder nicht. Darüber hinaus identifizieren wir am Beispiel französischer Unternehmen die Mechanismen, die dem Gesamteffekt auf einzelwirtschaftlicher Ebene zu Grunde liegen.

Sanktionen gegen Russland und die russische Reaktion

Nach der russischen Beteiligung an separatistischen Bewegungen in der Ostukraine und der Annexion der Krim verhängten 37 Länder, darunter alle EU-Mitgliedsländer und die Vereinigten Staaten, ab März 2014 Sanktionen gegen die Russische Föderation. Russland reagierte daraufhin mit einem Embargo für bestimmte Lebensmittel und Agrarerzeugnisse aus sanktionierenden Ländern. Durch die Intensität der wirtschaftlichen Beziehungen vor den Sanktionen und die große Zahl der beteiligten Länder, die rund 55 Prozent der Weltproduktion ausmachen, ist diese Episode beispiellos und besonders instruktiv.
Um die Auswirkungen der Sanktionen auf den Handel abzuschätzen, wird eine kontrafaktische Situation ohne Sanktionen in einem strukturellen Gravitationsmodell simuliert. Die Intuition ist, Handelsströme ohne Sanktionen vorherzusagen und diese mit den unter Sanktionen beobachteten Werten zu vergleichen.
Unser Modell berücksichtigt bei der Prognose der bilateralen Ströme in einer hypothetischen Welt ohne Sanktionen Veränderungen der russischen Importkapazität, etwa aufgrund des Zusammenbruchs der Ölpreise und der Abwertung des Rubels. Als Datenbasis für die Schätzung und Simulation benutzen wir monatliche bilaterale Daten von UN COMTRADE.

Die Gesamtkosten der Russlandsanktionen, gemessen als entgangener Handel, beziffern wir auf 114 Mrd. US-Dollar vom Beginn des Konflikts bis Ende 2015, wobei rund 40 Mrd. US-Dollar oder 38 Prozent des gesamten Exportverlustes auf die Russische Föderation entfielen. Der Exportverlust für sanktionierende westliche Länder beläuft sich auf rund 75 Mrd. US-Dollar, dies entspricht rund 1,4 Prozent der Exporte dieser Länder und etwa 0,2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts. Wichtig ist hierbei, dass Handelsverluste bei Produkten, die unter das russische Embargo fallen, mit gut 10 Mrd. US-Dollar nur einen kleinen Teil des Gesamtverlustes ausmachen. Der größte Teil des Effektes auf die westlichen Exporte ist also „Friendly Fire“, d. h. eine Folge der westlichen Maßnahmen.
Dieses Ergebnis hat direkte Auswirkungen auf die politische Debatte in den sanktionierenden Ländern. Häufig beziehen sich Argumente gegen bestimmte Sanktionsmaßnahmen nur auf mögliche Vergeltungsmaßnahmen oder die Reduktion von Importen.

Stattdessen zeigt sich, dass – zumindest im Falle der Russlandsanktionen – die Sanktionen und der diplomatische Konflikt als solcher vor allem Verluste beim Export verursacht haben, die nicht Folge von Vergeltungsmaßnahmen, sondern der Politik der westlichen Länder sind.
Die Europäische Union trägt 90 Prozent des gesamten entgangenen Handels der sanktionierenden Länder und 93 Prozent des entgangenen Handels mit Produkten, die nicht unter das russische Embargo fallen. Die Auswirkungen sind jedoch nicht gleichmäßig auf die Länder verteilt (Abbildung K1-1). Gemessen am jeweiligen Handelsvolumen mit Russland fällt der Handelsverlust in Norwegen und Australien am stärksten aus, wobei der realisierte Export bis zu 39 Prozent unter dem geschätzten Export nach Russland liegt.

Im Vergleich zu den Gesamtausfuhren sind jedoch Finnland (Handelsverlust von 1,7 Prozent), Polen (1,9 Prozent) und Deutschland (2,4 Prozent) am stärksten betroffen.
Die deutschen Exporte sind im Durchschnitt um rund 727 Mio. Dollar pro Monat niedriger als bei dem kontrafaktischen Szenario ohne Sanktionen, wobei der entgangene Handel hauptsächlich auf Produktgruppen entfällt, die nicht dem Embargo unterliegen. Der deutsche Anteil am gesamten entgangenen Handel der sanktionierenden Länder beträgt somit fast 60 Prozent, während andere große geopolitische Akteure wie das Vereinigte Königreich (7,9 Prozent), Frankreich (4,1 Prozent) und die Vereinigten Staaten (0,6 Prozent) weitaus weniger betroffen sind. Einzelne Länder wie Litauen und Estland haben von den Sanktionen offenbar sogar profitiert. Zudem war Japan von dem als Vergeltungsmaßnahme ausgesprochenen Importverbot für bestimmte Güter nicht betroffen (obwohl sich das Land an den westlichen Sanktionen beteiligt hatte) und exportierte deutlich mehr dieser Waren nach Russland als vor dem Embargo, wenngleich der Zuwachs absolut gesehen gering war und die Exportverluste bei allen anderen Gütergruppen keinesfalls wettmachen konnte.



Warum sind Produkte betroffen, die nicht dem Embargo unterliegen? Um die Mechanismen auf Unternehmensebene zu verstehen, werden die Auswirkungen des Sanktionsregimes anhand detaillierter monatlicher Zolldaten französischer Unternehmen analysiert. Es zeigt sich, dass mit der Einführung der Sanktionen ein deutlicher Rückgang der Zahl der auf dem russischen Markt tätigen Unternehmen sowie des nach Russland exportierten Wertes der verbliebenen Unternehmen zu verzeichnen ist. Neben dem Gesamteffekt stellt sich die Frage nach den Mechanismen, die hinter dem starken Rückgang der Exporte von Produkten stehen, die nicht vom Embargo betroffen sind. Es bieten sich vor allem zwei Erklärungsansätze für das Entstehen des „Friendly Fire“ an: Eine Änderung der Einstellung der russischen Verbraucher zu französischen Produkten und eine plötzliche Zunahme des Länderrisikos, bedingt durch politische, rechtliche und finanzielle Instabilität, die durch die Sanktionen, aber auch durch den Konflikt selbst hervorgerufen wird. Eine mögliche Verschiebung von Verbraucherpräferenzen kann – im Gegensatz zu aktueller Forschung zu Konsumtenboykotten (Heilmann 2016) – den Rückgang der Exporte französischer Produkte in die Russische Föderation in diesem Fall nicht erklären. Produkte, die durch das Branding als „französisch“ identifiziert werden können, waren nicht anders betroffen als andere vergleichbare Güter. Stattdessen sind Produkte besonders stark betroffen, die Handelsfinanzierungsinstrumente intensiv nutzen.

Die Literatur zur Handelsfinanzierung zeigt, dass bestimmte Warengruppen in der Handelsstatistik Handelsfinanzierungsinstrumente besonders stark in Anspruch nehmen, und dass dies insbesondere für außergewöhnlich große Sendungen gilt (Niepmann et al. 2015 und Demir et al. 2014). Es zeigt sich, dass die Exportströme von Produkten, die mit „Letter of Credit“-Finanzierungen finanziert werden, eine wesentlich stärkere Wirkung der Sanktionen erfahren haben als andere Produkte. Maßgeblich dürfte hierfür gewesen sein, dass die finanziellen Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und den sanktionierenden Ländern durch westliche Finanzsanktionen teilweise erheblich eingeschränkt wurden, so dass die betroffenen Finanzinstitute nicht mehr in der Lage waren, attraktive Handelsfinanzierungsdienstleistungen anzubieten.

Kaum Handelsumlenkung

Schließlich lässt sich zeigen, dass die französischen Exporteure, die direkt oder indirekt von den Sanktionsmaßnahmen betroffen waren, ihre Verluste insbesondere kurzfristig nicht durch die Umleitung ihrer Auslandsverkäufe an andere Bestimmungsorte, kompensieren konnten. Im Gegensatz zu anderen Studien, die zum Teil finden, dass Unternehmen in sanktionierten Volkswirtschaften ihre Umsätze massiv auf andere Märkte umleiten (Haidar 2014), stellen wir fest, dass nur ein Bruchteil der Verluste auf diese Weise wettgemacht wird. Unternehmen, die direkt dem russischen Embargo ausgesetzt sind, exportierten durchschnittlich 24 Prozent weniger als vergleichbare Unternehmen, fast genau so viel wie ihr durchschnittlicher Anteil am russischen Markt an ihren Gesamtexporten (26 Prozent) vor den Sanktionen. Unternehmen, die zuvor auf dem russischen Markt aktiv waren, aber keine Embargoprodukte exportierten, verzeichneten einen Rückgang ihrer Gesamtexporterlöse um 12 Prozent. Ihre jeweiligen Gesamtausfuhrmengen gingen weniger stark zurück, was auf niedrigere Verkaufspreise für die Exporte schließen lässt, die tatsächlich auf andere Märkte umgeleitet werden konnten.


QUELLE : Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Kiel

Für den Inhalt, Bildrechte und Anhänge des Beitrages um (Freitag, 15. Dezember 2017, 07:46 Uhr) liegt die Verantwortung gemäß §7 Abs. 2 TMG , allein beim Verfasser doc.


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701

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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 10:38

Deutschland isoliert sich immer mehr

In der Nahost-Politik folgen Berlin und andere EU-Regierungen überholten Reflexen. Die Konflikte verlaufen entlang neuer Linien. Wendet sich Europa von den USA ab, gerät es unter den Einfluss autoritärer Mächte.
Deutschlands Zustimmung zur Resolution der UN-Vollversammlung, in der die geplante Verlegung der US-Botschaft in Israel nach Jerusalem verurteilt wird, markiert einen Tiefpunkt der deutschen Außenpolitik – und womöglich einen folgenschweren Wendepunkt. Mit diesem Abstimmungsverhalten wurde unnötigerweise, aber offenbar absichtsvoll unser wichtigster transatlantischer Verbündeter brüskiert.

Was immer nämlich gegen Trumps Jerusalem-Entscheidung einzuwenden ist – die Suggestion, damit habe sich die Position der USA zum völkerrechtlichen Status Jerusalems grundlegend verändert, ist falsch. Trump will einen Beschluss umsetzen, der bereits 1995 vom US-Kongress verabschiedet wurde und dessen Vollzug die bisherigen US-Präsidenten nur immer wieder verschoben haben. Daran, dass der endgültige Status von ganz Jerusalem erst in einem israelisch-palästinensischen Friedensabkommen festgelegt werden kann, hält Trump jedoch ausdrücklich fest.

Um die deutsche Distanz zu einer Botschaftsverlegung zum jetzigen Zeitpunkt auszudrücken, hätte eine Enthaltung oder eine Nichtteilnahme an der Abstimmung genügt. Stattdessen aber gab Deutschland einer Resolution seine Ja-Stimme, die von der Türkei eingebracht wurde. Deren Regime attackiert Israel regelmäßig aggressiv und macht kein Hehl aus seiner Unterstützung der islamistischen, proiranischen Hamas. Indem es sich so in eine Reihe mit schlimmsten Feinden des jüdischen Staates stellte, hat Berlin auch den deutsch-israelischen Beziehungen eine Wunde zugefügt, die nicht leicht zu heilen sein wird.
Deutschland und die anderen EU-Staaten, die der Resolution zugestimmt haben, sahen darin offenbar eine Gelegenheit, den globalen Alleingängen des US-Präsidenten eine Abfuhr zu erteilen und ihm vor Augen zu führen, wie isoliert er in der Weltgemeinschaft sei.

Doch damit unterlagen sie einer Täuschung. Zwar spiegelt die überwältigende Mehrheit, mit der die Resolution angenommen wurde, eine breite Einigkeit vor. In Wahrheit beruht diese jedoch auf einem hohen Maß an Heuchelei. Namentlich Saudi-Arabien und andere sunnitisch-arabische Golfstaaten geben sich nach außen zwar den Anschein, sie stünden in Treue fest zu den Palästinensern und ihrem Anspruch auf eigene Staatlichkeit. Tatsächlich aber verfolgen sie längst eine ganz andere Agenda. Im Kampf gegen den Iran um die Vorherrschaft in der Region streben die Saudis ein strategisches Bündnis mit Israel an, dem die Palästinenser nicht länger mit überzogenen Forderungen im Wege stehen sollen. Eine andere wichtige arabische Macht, Ägypten, betrachtet Israel längst als unverzichtbaren Partner im Kampf gegen den islamistischen Terror. Kairo geht es vor allem darum zu verhindern, dass die Palästinensergebiete zum Biotop und Hinterland für Dschihadisten werden.

Die Jerusalem-Entscheidung Trumps liegt durchaus auf der sunnitisch-arabischen Linie, die Palästinenserführung zu erheblichen Zugeständnissen an Israel zu drängen. Die USA unterstützen die Herausbildung der israelisch-sunnitischen Achse und spielen dabei eine Schlüsselrolle. Nicht sie, sondern Deutschland und die führenden EU-Staaten, die für die Resolution stimmten, haben den Anschluss an diese dramatische Wendung im Nahen Osten verloren. Gebetsmühlenartig Formeln wie die von der Unantastbarkeit der Zwei-Staaten-Lösung zu wiederholen, ersetzt keine eigene Antwort auf die veränderten Konfliktkonstellationen in der Region. Auf anderen Kampffeldern der Neuordnung des Nahen Ostens haben die USA dagegen signifikant an Einfluss verloren. Dem Versuch Russlands, sich zum Stifter einer Friedensordnung für Syrien zu seinen Bedingungen aufzuschwingen, hat allerdings nicht nur Washington, sondern haben erst recht auch die Europäer kein Konzept entgegenzusetzen.
Ihnen fehlt es zudem an realpolitischem Gewicht, ein solches gegebenenfalls durchzusetzen – das gilt vor allem für Deutschland, das im Gegensatz zu Frankreich und England militärisches Engagement in der Region strikt ausschließt. In einem vom Kreml diktierten syrischen Nachkriegsszenario bliebe der EU folgerichtig nur die Rolle eines Hauptfinanziers des Wiederaufbaus des verwüsteten Landes.

Annäherung an Russland?

Das sähe dann so aus: Das von Russland und Iran gesteuerte Assad-Regime bleibt an der Macht, und die EU zahlt zu einem erheblichen Teil die Zeche für die von Moskau und Teheran in Syrien angerichteten Zerstörungen. Und es spricht einiges dafür, dass Berlin sich auf eine solch makabere Übereinkunft einlassen könnte. Der damalige Außenminister Steinmeier erklärte schon vor eineinhalb Jahren in einer Rede im russischen Jekaterinburg, "wenn endlich eine Zeit des Wiederaufbaus in Syrien gekommen" sei, sollten "besonders Deutschland und Russland Hand in Hand arbeiten". Das könne "eine kulturelle Annäherung zwischen unseren Ländern" fördern, erklärte Steinmeier.
Eine Annäherung die vor allem deshalb ins Stocken geriet weil Deutschland als vehementester Verfechter der Sanktionen gegen Russland aufs Feld tritt, während die meisten anderen Länder diese inzwischen umgehen oder gar offen ignorieren. Einzig die von Deutschland geführte EU hält an diesen Sanktionen fest, die russland schaden und den vermeindtlichen Verbündeten, EU-Kandidat Ukraine unterstützen sollen. Doch auch das Bild der Ukraine hat sich gewandelt. Korruption und Vetternwirtschaft bis in hohe Regierungskreise greifen unter Poroschenko, dem Präsidenten der Ukraine von Europa´s Gnaden, um sich. Schon formieren sich seit Wochen erneut Widerstände gegen die Oligarchen-Demokratie eines Poroschenko, die sich derzeit in der Ukraine zu etablieren versucht, und die den Konflikt mit Russland am Laufen halten will, um sich des Schutzes durch die EU weiter gewiss zu sein. Das hat auch Berlin inzwischen endlich erkannt und mehrfach zu Konsultationen mit hochrangigen ukrainischen Diplomaten geladen, in denen lt. Medienberichten den Ukrainern "die Leviten gelesen" wurden. Freilich ohne Wirkung, denn Schützling Poroschenko macht einfach weiter wie bisher. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung weiter geht, falls Putin in diesem Winter erneut wegen ausbleibender Zahlungen den Gashahn zudreht ? Denn die Ukraine, als Nicht-EU-Mitglied ist an die Sanktionen Brüssels nicht gebunden und auf die Gaslieferungen aus russland angewiesen. Damit ist die Ukraine als angeblich Hauptgeschädigter einer der größten Abnehmer der sanktionierten russischen Rohstoff-Lieferungen. Springt die EU dann wieder mit Hilfskrediten für Poroschenko ein, um damit genau jene Geschäfte zu bezahlen, die nach EU-Sanktionen eigentlich unterbunden werden sollen ?

Sollte so eine "neue Entspannungspolitik mit Russland" aussehen, die Außenminister Gabriel kürzlich in einer Grundsatzrede als ein Kerninteresse Deutschlands bezeichnet hat? Als ein Weiteres nannte er das Festhalten an dem Atomabkommen mit Iran, dessen Auflösung "die Kriegsgefahr in unserer unmittelbaren Nachbarschaft erhöhen" und damit "unsere nationale Sicherheit gefährden" würde.
Dabei blendete er aus, dass das Atomabkommen selbst die Spannungen im Nahen Osten erheblich geschürt hat – ist Irans Vormachtstreben in der Region dadurch doch keineswegs gedämpft, sondern im Gegenteil weiter angestachelt worden.
Auch in anderen weltpolitischen Fragen wächst die deutsche Distanz zu Washington. Während die USA – wie Kanada – jüngst ankündigten, der Ukraine Defensivwaffen zu liefern, übten sich Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron zeitgleich in politisch-moralischer Äquidistanz und fordern "beide Seiten" – also den Angreifer wie die Angegriffenen – gleichermaßen dazu auf, die Waffenruhe in der Ostukraine einzuhalten. Sie konterkarierten damit die amerikanisch-kanadischen Absicht, den Druck auf den Aggressor Russland zu erhöhen.

Trumps willkürlicher Unilateralismus macht es gewiss nicht einfacher, transatlantische Politik zu koordinieren. Doch dürfen Deutsche und Europäer nicht reflexhaft Maßnahmen der gegenwärtigen US-Regierung auch dann ablehnen, wenn sie die weltpolitische Machtposition des Westens insgesamt stärken. Wenn die deutsche Außenpolitik ihre Eigenständigkeit daran bemisst, wie weit sie sich von den USA entfernt, wird die unweigerliche Konsequenz ihre schleichende Unterordnung unter die Vorgaben des neoimperialen Russlands und anderer autoritärer Mächte sein. Mit seiner Zustimmung zur Jerusalem-Resolution der UN hat Berlin jedenfalls nicht dazu beigetragen, Trump in der Welt, sondern vielmehr nur sich selbst von der verbündeten Weltmacht USA zu isolieren.

Die Welt - 28.12.2017
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Dienstag, 13. März 2018, 19:18

Seit einer Woche hetzen die Medien mal wieder ununterbrochen gegen Russland wegen dem
vergifteten Doppelagenten. Es ist nichts bewiesen, aber auf Russland wird der Finger gezeigt,
so langsam wird es echt peinlich.

Hier ein schöner Beitrag dazu von Dirk Pohlmann:

https://kenfm.de/tagesdosis-13-3-2018-gi…r-kalter-krieg/
LPG

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